Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MANHARTER UND JNCLINANTEN – ZWISCHEN GLAUBE UND AUSWANDERUNG

Zur Geschichte der Zillerthaler Jnclinanten und ihrer Auswanderung im Jahre 1837

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. November 1891 · Seite 6
5 gllang es dem Viehtreiber durch fremde Beihilfe denselben in einem an die Straße grenzenden Anger zu bändigen und wieder zu fesseln. ^ ( „ Die Zillerthaler Protestanten ".) In der ersten Hälfte dieses Jahrhunderts sind im Unterinnthale zwei religiöse Secten entstanden, die zwei entgegengesetzte Richtungen bezeichnen. Die eine im Brixenthale verbreitet, nach ihrem Führer „Die Manharter " genannt, waren übergläubig, ihnen war der Papst nicht päpstlich genug, die andere im Zillerthale verbreitet, verwarf einzelne Lehren der katholischen Kirche und neigte zum Prostetantismus hin, weshalb sie „ Jnclinanten" geheißen wurden. Elftere Secte verschwand allmählich nachdem die Wortführer derselben nach Rom gereist waren und vom heiligen Stuhle selbst über ihren Jrrthum aufgeklärt worden sind, die Zillerthaler aber 400 an der Zahl, zogen es vor nach Preußisch - Schlesien auszuwandern, als in die katholische Kirche zurückzukehren. Es geschah im Jahre 1837. Die Geschichte der „ Manharter " ist von dem als Uäitors de 11a sacra Rota romana in Rom verstorbenen Monsignor Alois Für geschrieben worden, und die Zillerthaler „Jnclinanten " haben nun ein halbes Jahrhundert nach ihrer Au Wanderung in dem nun ebenfalls verstorbenen Bezirkshauptmann Dr. Gustav von Gasteiger ihren Geschichtsschreiber gefunden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. November 1891, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5513-zur-geschichte-der-zillerthaler-jnclinanten-und-ihrer-auswanderung-1891).

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