wie die Bozener Neberlieserung behauptet, die Befreiung des Landes beredet, sollen die vorbereitenden Schritte überlegt worden sein. Geschichtlich richtig ist das wohl nicht, denn die Anregung zu dem Tiroler Auf- -stände gieng von Wien aus. Hier wurde in den heimlichen Verhandlungen zwischen der Regierung .und, Hofer während seines Aufenthaltes in der Residenz ( Januar 1809) das Drama ausgeartbeitet, dessen tragische Hauptperson er selbst werden sollte. Eine hervorragende Rolle in der Erhebung hat der danialige „ Badlwirt " jedenfalls hespielt. Er hieß Josef Eisenstecken und war in Matrei geboren, aber als kleines Kind nach Bozen gefojnmcn, und just dreißig Jahre alt, da der Sturm losbrach und Hofer mit seinen Passeirer Schützen in dix Stadt rückte. Er wollte gegen Trient ziehen; Eisensteckens kluger Rath bewog ihn, den Stoß gegen Morden zu führen. Eisen- Hecken überredete die Officiere der Brigade Buol, dem Befehle zum Abzüge zu trotzen und noch fast zwei Monate vereint mit dem Landvolke weiterzukampfen. Er konnte als Hofers Generalquar- 'Liermeister gelten, denn unermüdlich sorgte er für die Verpflegung der Schützen, Dass er nach dem Znaimer Waffenstillstände mit den österreichischen Truppen das Land verließ, kränkte Hofer tief. Er ließ ihn und Sieberer gar nicht vor, als sie ihm die goldene Ehrenkette, welche Kaiser Franz Hofern verliehen, in der Innsbrucker Hofburg Überreichen wollten. Wenige Tage später jedoch, als die Nachricht von der Niederlage der Tiroler bei Lavis eintraß beeilte sich Hofer, Eisenstecken als Befehlshaber nach Südtirol zn schicken. Dort bewährte sich der „ Badlwirt " glänzend. Er säuberte das Etschthal bis Trient von den Franzosen und vereitelte jeden ihrer Versuche, von Süden her der tirolischen Hauptmacht in den Rücken zu kommen. Auf die Nachricht vom Wiener Frieden legte er sogleich die Waffen nieder und schickte seine Scharen nach Hause. Man hat ihm das verübelt, aber er wendete durch seine Ergebung in sein Geschick von Bozen und der Umgebung unsägliches Elend und die blutigen Gräuel ab, mit welchen die Rache der Sieger im November die Brixener und Meraner Gegend heimsuchte. Eisenstecken war der Diplomat unter den Wirten von 1809, tapfer im Gefecht, doch ein vorsichtiger Mann, der mit den politischen Ereignissen zu rechnen wusste. Er starb als wohlhabender Wirt friedlich in seinem Bette. Von ähnlichem Schlag war Josef Ignaz Straub, der Kronenwirt von Hall. Er gehörte zu den wenigen Männern in Nordtirol, die lange vorher in das Geheimnis des Aufstandes eingeweiht wurden. Sein Vater hatte ihm ein ansehnliches Vermögen hinterlassen; er opferte es und rüstete auf eigene Kosten mehrere Compagnien aus. An ihrer Spitze focht er in allen Schlachten am Berg Jsel. Große Menschlichkeit gegen Verwundete und Gefangene zeichnete ihn aus und wiederholt setzte er sein Leben auf das Spiel, um wehrlose Baiern und Franzosen vor der Wuth der Bauern zu schützen, welche die Grausamkeit des Feindes vergelten wollten. Ihm dankte es der österreichische General Chasteler, dass man ihn auf seiner Flucht nach dem Treffen bei Wörgl nicht erschlug, ihm dankte es die Stadt Hall, dass sie nicht von den eigenen Landsleuten geplündert ward. Nach der Bezwingung Tirols ließ die baierische Regierung Straub unbehelligt; im Jahre 1813 ward er jedoch auf den Verdacht hin, eine neue Erhebung vorzubereiten, verhaftet uud acht Monate eingekerkert. Straub ist fast der einzige unter den Führern von 1809, der ein ziemlich hohes Alter erreichte und mehr als dreißig Jahre nach den heroischen Kämpfen, die Tirol in Pulverdampf und Ärandrauch hüllten, dein jüngeren Geschlecht davon erzählen konnte. Noch mächtiger als er ragt in jenen blutigen Tagen die Gestalt Rupert Winterstellers hervor. Auch er ein Wirt, der wolhabendsten einer im Lande Tirol, in seiner Heimat Kirchdorf der angesehenste Mann der Gemeinde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Februar 1892, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5543-wirtshausfuehrer-im-tiroler-freiheitskampfe-von-1809-1892).
3 Verlautbarung des letzten ( 19.) Verzeichnisses eingelaufenen Spenden für das „ Andreas Hofer- Denkmal " auf dem Berg Jfel. Im 19. Verzeichnisse waren 25. 679 fl. 68 kr. ausgewiesen, das bisherige Sammelergebnis beziff …
AnsHW lt. (Das Hofer - Monument.) In Turbain ' s Gnsshaus zu Wien steht die Colossalstatue Andreas Hofer ' s von Natter fertig. Der Guss dieses Standbildes war ein besonders schwieriger, ist aber durchaus gelungen. Jetzt …
Aus Stadt und Land. (Rätters Hofer - Standbild) wird in den beiden conservativen südtirolischen Blättern einer recht herben und abfälligen Kritik unterzogen. Es fällt gewiss niemandem ein, irgend jemandem das Recht des U …
(Ehrung eines tirolischen Landesvertheidigers.) Vorgestern fand in dem oberösterreichischcn Orte Ebelsberg die Enthüllung einer Gedenktafel für Paul Hilber statt. Derselbe war am 26. Jänner 1786 in Jgls geboren, nahm an …
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