Kunstgewerve - AnsKeUung des Tiroler Gemerde - Uereines. Die herannahende Weihnachtszeit findet die kunstgewerbliche Ausstellung in der Rudolfstraße bereits fertig ausgcstattet mit all ' den Erzeugnissen unserer heimischen Industrie, die sich mit Rücksicht ans ihre Eignung zu ebenso praktischen wie herrlichen Geschenken einer stets steigenden Beliebtheit bei den kunstfreundlichen Besuchern der Ausstellung erfreuen. Der äußerst flotte Absatz der für diese Weihnachtsausstellung bestimmten Erzeugnisse und der stetig steigende Besuch hat auch Heuer wieder eine Anzahl der rennomiertesten Firmen veranlasst, ihr bestes Können einzusetzen und Arbeiten, die mit eben so viel Geschmack als Geschick hergestellt sind, zu dieser Ausstellung zu bringen. Es ist schwer all ' diese schonen großen und kleine « für die mannigfaltigsten Zwecke bestimmten Gegenstände eingehend zu beschreiben und die zahlreichen Verfertiger zu nennen, vir müssen uns mit einem Rundgang durch die Hallen begnügen. Gleich links beim Eingang steht der von den Gebrüdern Colli reich mit Intarsien verzierte Schrank nach Amraser Muster. In der Ecke das niedliche Bauernstübchen in Rennaissance der Gebrüder Hammerl. Weiter rechts ein Büffet in Nussholz mit schonen naturfarbigeu Intarsien, entworfen und ausgeführt vom Tischlermeister Pe romitsch jun -, von welchem auch die beiden an der Wand befindlichen gelungenen Entwürfe für Wandtäfelungen sind. Die altrenommierte Firma Michael Konzert stellt einen ebenso originell wie elegant ausgeführten Herren - Schreibtisch, ein Fauteuil und ein Sopha, alles in Nussholz sehr fein gearbeitet, aus. Die Ecke des Saales ziert ein origineller Spiegel der Vergolderfirma A. Reden, nach eigenem Entwurf in Renaissancestyl und Antique Vergoldung. Den hübschen Nähtisch und das in Eichenholz mit farbiger eichenartiger Holzbrandtechnik ausgeführte prachtvolle Büffet nach einem Entwürfe von Pipitz, stellt die Firma Witwe Förster ( Werkführer Simon) und eine originelle Standuhr mit gebranntem Gehäuse die Firma Stampfer aus. Einen ansehnlichen Raum nehmen die mannigfaltigsten Holzarbeiten mit und ohne Brandmalerei ein; da sind Spinnräder, Truhen, Rauchtische, Tische und Sessel für die kleine Welt, Teller, Cassetten, Dosen und noch die verschiedensten Nippsachen mit verschiedenartigen Zeichnungen, besonders mit den speciell in Tirol gestatteten Nachbildung DesreggerscherBilder, und ertheilen sich diese Arbeiten auf die Herren Gebrüder Hammerl, A. Singer, Brüder Biendl
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. Dezember 1892, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5653-vorbereitung-der-weihnachtsausstellung-in-der-rudolfstrasse-mit-1892).
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