Wir finden da zunächst an die dreißig Fahnen, durchwegs vergilbt und vom Pulverdampfe geschwärzt, zerfranst und zerschossen, Fahnen, die in allen Theilen Tirols und bis über die Grenzen des Landes hinaus die Freiheitskämpfe unserer Ahnen ruhmvoll mitgemacht haben. Da ist zunächst die sieggekrönte Sandwirts Fahne von Passeier, dann die Schützenfahnen von Reutte, von Kössen, Kirchbichl, Telfs, Latsch, Primiero, Monte Sover, Cwezzano, Neumarkt, Kufstein, Kaltern, Ried, Bruneck n. s. w. Die sehr schöne, weiß grüne Landecker Schützenfahne, die in den Jahren 1703 und 1809 schon im Felde stand, zeigt auf der einen Seite einen großen Tiroler Adler mit goldenem Kranze und ein farbenbuntes Kampfgemälde, während auf der Rückseite der Kaiser- Adler mit der Madonna erscheint. Die vierfärbige Dahlie von Kastelruth, welche in allen vier Schlachten am Berg Jsel, sowie früher ( 1797) in Wälschtirol und 1805 in Engadin den Kämpfern vorangeweht, trägt gleichfalls den Tiroler - Adler und den österreichischen Doppel - Aar; die Achenthaler Sturmfahne hat von 1797 bis 1859 alle Kümpfe mitgemacht, ebenso die Fahnen von Hall und Schwaz. deren Kampsbetheiligung vom Franzosenkriege anno 1796 bis herauf zu den Garibaldiner Kämpfen im Jahre 18 6 reicht. Die Haller Fahne zeigt auf grün weißem Grunde ein Madonnenbildnis von zahlreichen goldenen Sternen umstrahlt. Besonders zu erwähnen ist endlich auch noch die Kriegsfahne des Sturmhauptmannes Hager, des Kämpfers am Pass Strub, und die vom Innsbrucker Landeshaupischießstande beigestellte, hochberühmte Spingeser Fahne. Dieses blutgetränkte Ehrenzeichen vaterlä dischen Heldcnmuthes besteht leider nur mehr aus Fragmenten eines weiß grünen Fahnentuches, aus welchem die vergoldete Lanzenspitze mit schön graviertem Bindenschild, dem Tiroler - Adler und der Jahreszahl 1741 emporragt. Die Fahne ist geschmückt mit den Medaillen von 1796 und 1797, welche an den alten Originalbändern von der Spitze herabhängen. Neben diesem Fahnenwalde aus alttirolischer Ruhmeszeit erscheinen dann als Hauptvertreter der Siegestrophäen aus den Freiheitskriegen zwei französische Adler, wovon der eine vom zweiten Infanterie Regiment in der dritten BergJselschlacht am 13. August 1809 vom Jnzinger Schützen Johann Lang dem feindlichen Fähnrich in offenem Handgemenge entrissen wurde. Als Seitenstück zu den französischen Adlern dient zunächst eine Fahne, die gleichfalls anno Neun bei G ' fäll von den Paznauner Schutzleuten erobert
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Juni 1893, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5696-ehrenfahnen-aus-tiroler-freiheitskaempfen-in-der-sammlung-1893).
Arrs Stadt und Zand. (Innsbrucker Stadtrecht von 1239.) Das vom Hrn. Prof. Dr. J. Hirn bei Ordnung desstädt. Archis aus dem Staube der alten Urkunden herausgezogene Original des vom Herzoge Otto II. der Stadt Innsbruck i …
7 dem Sandwirt zur Seite gestanden im Kampfe für Freiheit und Vaterland, damit auch diese vielen Ilntercommandanten, auf der ersten Ruhmesstätte des Landes verewigt, dem Gedächtnis der Nachwelt erhalten bleiben. Unter de …
(Zweikampf mit tödtlichcm Ausgang.) Gestern, um halb 1 Uhr mittags fand in der hiesigen Militär - Reitschule zwischen dem Regimentsarzte 1. Cl. des hiesigen Garnisonsspitales Dr. Victor Wagner und dem Oberlieutenant K. d …
Uel » er die Entstehung des Kaiserjager - Regimentes. Von I. C. Platter. Kürzlich wurde in Brixen das fünfundsiebzigjährige Gründungsjubiläum des vaterländischen Jäger - Regimentes gefeiert und dadurch die Erinnerung wac …
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