Beilage M den Jnnsbvttcker Rachrichte « Nr. 1 * 3 am 31. Juli. Werden wir stiegen Können? Von H. Hoernes. Eine Fülle von Sagen und Geschichten knüpft sich an den Jahrtausende alten Wunsch der Menschen, zu fliegen. Mit Neid verfolgte man von jeher die leichtbeschwingten Vögel und unwillkürlich drängte sich der Gedanke auf, es müsse dem Menschen der ungeheuere Lustocean erschließbar sein. Auch die Vögel und zwar die großen wie die kleinen tragen ihr Gewicht, das sich oft auf mehrere Kilogramme belauft, stunden, ja tagelang ohne auszuruhrn oder einen Stützpunkt auf der Erde zu suchen, wie sollte sich da nicht eine Maschine finden lassen, welche den Körper des Menschen trägt? Als im Laufe des Jahrhunderts die Technik jenen früher ungeahnten Aufschwung nahm, der unserem Zeitalter das charakteristische Gepräge verleiht, wurden auch in der Flugtechnik die Bestrebungen unserer Vorfahren ernster ausgenommen. Dies führte vor allem zum intensiveren Studium des Vogel ' und Jnseetenfluges. Schon Altmeister Prechtl hat ein ausgezeichnetes Werk über den Flug der Vögel geschrieben, in welchem er theils! auf naturgeschichtlichem, theils auf mathematischem Wege nachwies, dass es mit dem Fluge der Vögel, ich möchte sagen, ganz auf natürliche Weise zugeht, dass es keine neuen Gesetze zu entdecken gibt, keine ungeheuerlichen Kraftäußerungen beim Vogel * fluge austreten, kurz, dass die Gesetze, auf welchen das Fliegen basiert, uns im Großen und Ganzen schon bekannt sind. Alle nachfolgenden Forscher bestätigen diese Anschauung. Durch Anwendung der Momentphotographie endlich ist es gelungen, die einzelnen Stadien des Vogelfluges genau zu fixieren. Während nämlich zur genügenden Beleuchtung der bei Erfindung der Photographie angewendeten Daguerreotype - Platte, das ist eine mit Jod silber überzogenen Silberplatte, bis eine Minute Beleuchtungszeit nothwendig war, um ein genügend ausgebildetes Bilk » zu erhalten, genügt für die jetzt gebräuchlichen Bromsilber G latineplatten eine Beleuchtung im Bruchtheile einer Secunde, ja, man ist sogar im Stande, Dinge, die man mit freiem Auge so rasch nicht überblicken kann, zu photographieren. Dafür dient zum Beispiel das im Fluge befindliche Geschoss, welches der als Nachfolger Bremanos nach Wien berufene Regierungsrath Professor Mach photographierte und vor welchem man auch den Hügel verdichteter Luft, den v. Lößl entdeckte, ganz deut -? lich sieht. Die Beleuchtungszeit beträgt in diesem! Falle nicht mehr als 0 ' 000076 Sekunden und ist hinreichend, um auf der hochempfindlichen Platte einen Llchteindruck zu hiuterlassen, der das Geschoss
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 31. Juli 1895, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/5927-fortschritte-in-der-flugtechnik-durch-photographische-forschung-1895).
(Ein Amateur Zeichenapparat und Spazier stock.) In der Kunsthandlung von F. Unterberger ist gegenwärtig ein „Amateur - Zeichenapparat in Spazier stockform" ausgestellt, wie ihn der Erfinder, Herr Bildhauer Remesch, Fachl …
(Privilegiums Ertheilung.) Das k. k. Handelsministerium hat dem Albert Mono de Also- Venitze in Innsbruck und dem Max Eberhardt in Hall am 15. Juli 1895 ein ausschließliches Privilegium, mit der Priorität vom 2. Februar …
Aus Stadt und Land. (Ehrung.) Aus Anlass des Scheidens des l Hofrathes und Oberpostdirectors Gustav Ritter von Niederer, welcher, wie bereits bekannt, sich in den Ruhestand begeben und Salzburg zu seinem nunmehrigen Domi …
3 (Statistisches aus Innsbruck.) Nach 7 Jahren hat die hiesige Armendireciion wieder ein Straßenund Häuser - Verzeichnis der Landeshauptstadt als Neujahrs - Entschuldigung her ausgegeben. Aus demselben ist zu entnehmen, …
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