Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KEIN KISSEN FÜR DEN TODE

Schwere Selbstverletzung eines Restaurateurs unterhalb Schloss Weiherburg

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 3. Juni 1896 · Seite 2
Seite 2. Nr. 126 Innsbrucker Nachrichten Schlosses Weiherburg. Etwa 300 Schritte unterhalb Schloss Weiherburg, zwischen dem Judenbühel und der Weiherburg fand man den Restaurateur des Cafo Austria, Herrn Mayr, in seinem Blute liegen, aber noch bei Bewusstsein. Er hatte nach den einen Meldungen drei, nach anderen zwei Schüsse in den Mund ans einem kleinkalibrigen Revolver abgegeben. Ein Radfahrer holte schnell den Herrn Drd. med. Schlechter an die Unglücksstelle. Der Mann wurde, nachdem ihm von Passanten und Gästen der Restauration die erste Hilfe zutheil geworden, nach Weiherburg gebracht. Der erwähnte Radfahrer verständigte auch die Gendarmerie und die Polzei. Erstere war sofort am Platze. Auch ein Priester, dann der Gemeindevorsteher von Hötting und 3 Aerzte erschienen alsbald aufider Unglücksstelle. - Da noch immer keine Tragbahre gekommen war, um den Verwundeten ins Krankenhaus zu schaffen, lwurde von der Telephon - Sprechstelle in Büchsenhausen neuerlich deren Beschaffung bei der städtischen Polizei urgiert. Endlich um 8 Uhr abends langte eine Tragbahre ein. Mit Befremden nahmen die Anwesenden wahr, dass dieselbe nur ein nacktes Brett auswies, so dass der Restaurateur von der Weiherburg einige Kissen zur Verfügung stellte, um den Schwerverwundeten besser betten zu können.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Juni 1896, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6049-schwere-selbstverletzung-eines-restaurateurs-unterhalb-schloss-1896).

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