Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
RATHAUS MIT STIFTUNGSGRUND

Stiftung eines Hauses in der Maria Theresienstraße als Rathaus durch Herrn Leonhard Lang

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. März 1897 · Seite 3
Gemeikdeaths - Sihrrng am 11. März. Die feierliche Sitzung des Gemeinderathes, zu der die Gemeinderäthe im Festkleide erschienen waren, galt der officiellen öffentlichen Beschlussfassung und Verlautbarung betreffs der bekannten Leonhard und ClaraLang ' schen Stiftung. Der Bürgermeister Herr Wilhelm Greil eröffnet die Sitzung um liy 4 Uhr mit folgender Ansprache: „Wie den Herren bereits aus der letzten vertraulichen Sitzung vom 26 - Februar d. I. bekannt ist, hat Herr Leonhard Lang sein in der Maria Theresieustraße gelegenes Haus Nr. 18, ehemals Hotel „ Österreichischer Hof ", sammt allen Nebengebäuden, Höfen und Gartengrund anlässlich des bevorstehenden Regierungs - Jubiläums Sr. Majestät des Kaisers der Landeshauptstadt Innsbruck als Rathbaus gewidmet. Nachdem bereits in der letzten Sitzung der Vertrags -, sowie der Stiftungsemwurf zur Kenntnis des löbl. Gcmemderathes gelangt sind, so dürste es genugm, und ich entspreche dabei auch dem Wunsche des edlen Stifters, wenn ich heute in der feierlichen öffentlichen Sitzung nur die Hauptgrundzüge der Widmung und Stiftung erwähne. Herr Leonhard Lang überlässt der Landeshanp ' stadt Innsbruck sein Haus in der Maria Theresienstraße Nr. 18 unter folgenden Bedingungen: Dasselbe muss, so lange es thunlich ist, als Rathhaus benützt werden und sämmtliche städtischen Kanzleien mit Ausnahme der exponierten wie Spital, Pfandleihanstalt, Gefälle rc., müssen darin untergebracht werden. Ausgenommen von der Benützung durch die Gemeinde sind bei Lebzeiten des Herrn L. Lang und der Frau C. Lang geb. v. Peterelli die von ihnen benützte Wohnung im zweiten Stock des Saalbanes sammt einigen kleinen Nebenräumen, sowie die aus den Magazinflügelbauten befindlichen Terrassen und der Garten sammt Glashaus, Gartenhaus und Lourdesgrotte. Ferner sind zu Lebzeiten des Herrn Leonhard Lang ausgeschlossen von der Benützung durch die Stadtgemeinde die Geschüftslocalitäten ( Magazine und Comptoirs, Packräume rc.) in dem Maße, wie selbe derzeit von der Firma Leonh. Lang benutzt werden. Nach dem Ableben des Herrn Lang hat dessen derzeitiger Procurist Herr Georg Fiegl für mehrere Jahre das Benützungsrecht der Geschüftslocalitäten gegen Zahlung eines entsprechend festgesetzten Mietzinses an die Stadt. Aus diesem Mietzinse für die Geschüftslocalitäten sind verschiedene Pensionen an Mitarbeiter und Bedienstete der Firma zu bezahlen, was die Stadt zu besorgen hat. Die Realität wird der Stadt frei von
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. März 1897, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6137-stiftung-eines-hauses-in-der-maria-theresienstrasse-als-rathaus-1897).

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