Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GASBEHÄLTER AUS KLAGEFURT UND BRAUNSCHWEIG

Erweiterung des Gaswerkes mit neuen Behältern und Beleuchtungssystemen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 30. Mai 1899 · Seite 3 · #Gaswerk
(Erweiterung des Gaswerkes.) Man schreibt uns: Die infolge der ungewöhnlichen Zunahme des Gasverbrauches nothwendigen Erweiterungsbauten des hiesigen Gaswerkes nehmen diesmal das öffentliche Interesse besonders insofern in Anspruch, als gemäß dem mit der Gasgesellschaft vor kurzem getroffenen Uebereinkommen in wenigen Jahren die Stadlgemeinde selbst Besitzerin und Betreibende des Gaswerkes sein wird und alle Erweiterungsbauten jetzt schon vertragsgemäß unter Einflussnahme und Controle der Stadtgemeinde sowohl bezüglich Vergebung als Ausführung der Arbeiten sich vollziehen. Diese Controle übt der Verwaltungsrath des ElektricitätSwerkes unter dem Obmann Herrn Karl Kapferer und verstärkt durch die Herren Centralinspector Rother & Baurath Tochtermann in rigorosester Weise aus. Die Vergebung der Arbeiten im Gesammtkosten Betrage von circa 80. 000 fl. ist bereits erfolgt. Die bekannte Betonfirma Ackermann & Mobile in Klagenfurt hat mit der Herstellung des Gasbehälterbassins, das ausschließlich in Portlandcement Stampfbeton ausgeführt und 3. 6. 200 Liter Wasser fassen wird, bereits begonnen, die Gasbehälterglocke von 3600 m » Nutzinhalt mit schmiedeisernem Führungsgerüste wurde der sehr renomierten Gasometer und Dampfkessel - Fabrik Braunschweig zugeiheilt, nachdem namhafte österr. Werke die Lieferung wegen des kurzen Termines abgelehnt halten, Stationsgasmeffer, Regulator und Ventile liefert die Firma F. Manoschek in Wien, die neue Condensation L. A. Riedinger in Augsburg und in die Beistellung der nothwendigen Gußrohe und Verbindungsstücke theilm sich das Hüttenwerk Jenbach und das Eisenwerk Wittkowitz in Mähren. Zur Verbesserung des Gasdruckes im allgemeinen und speciell im westlichen Stadtgebiet und in Willen werden neue Speisestränge von 300 — 150 mm l Durchmesser durch die Bahn -, Rudolf -, Landhaus -, Maria Theresien -, Leopold -, und Müllerstraße gelegt werden. Die Entwürfe aller Erweiterungsbauten sind vom Director des hiesigen Gaswerkes Herrn O. Peischer, der auch die Bauausführung selbst leiten wird. Behufs der der Gasgesellschaft ebenfalls überbnndenen Einführung des Auerlichtes zur öffentlichen Beleuchtung werden bereits Laternen und Zündsysteme der bekanntesten Firmen zur Probe beigestellt. Nach geschehener gründlicher Ausprobung und Auswahl werden auch Auerlichtarmaturnen sofort zur Vergebung und in ehemöglichster Frist zur Montierung gelangen. Inzwischen werden in weiterer Consequenz des mit der Gasgesellschaft abgeschlossenen Vertrages elektr. Bogenlampen in der Maria Theresienstraße und am Bahnhofplatz zur Aufstellung kommen, womit es möglich gemacht ist einem längst erfundenen Bedürfnis jetzt schon Rechnung zu tragen, ohne den Ablauf der Gas- „TMLSmSer Nschüchtm" Vertrages abwarten zu müssen. Die im Vertrage mit der Gasgesellschaft noch vorgesehene Ermäßigung des Privatgaspreifes gelangt mit 1.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Mai 1899, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6435-erweiterung-des-gaswerkes-mit-neuen-behaeltern-und-1899).

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