Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VIERHUNDERTTAUSEND FÜR DIE WISSENSCHAFT DES WOHLTUNS

Herrliche Spende von 400.000 Kronen für die Waisenstiftung durch Herrn v. Sieberer

Sitzung desJnnsbrucker Gemeinderaths vom 30. December 1899. Bürgermeister Greil eröffnet die Sitzung und verliest ein Schreiben des größten WohlthätrrS und Philanrrspen unserer Stadt und unseres Landes, des Herrn v. Sieb er er, welcher seiner herrlichen WaisenhaMtistung abermals einen Betrag von 4 - 0. 000 Kronen zugewenbet. Das denkwürdige Schreiben lautet: „ Hochgeehrter Herr Bürgermeister! Durch die Gnade der Vorsehung ist es wir am Spätabends meines Lebens noch gegönnt, daS neue Jahrhundert mit einem guten Werke begrüßen Zu können. Meine WaistnftlfLüug, deren Creierung und Vervellksmmmmß ich mein ganzes Leben geweiht habe, besitzt zwar in reichlichem Maße Capitalien. aus deren Erträgnissen. 200 Kinder der Stadt Innsbruck erhalten und erzogen werden können. Allein, da die Möglichkeit nicht ausgeschlossen ist, dass die Landeshauptstadt durch die Einbeziehung der Vororte einst einen Zuwachs von Hunderten armer, kranker und erwerbsunfähiger Familien erhält die sich nach dem Tröste sehnen, dsss ihre Kinder nach ihrem Tode ein UH ' si ch??; wöchbso dürften in diesem Falle wohl die hishenaeu Enräguiffe meiner Waissnstiftung kaum ausreichen, um auch die Kosten eines solchen Zuwachses an armen Waisenkindern decken zu können. Im Hinblicke auf diese Eventualität überreiche iL Ihnen, hochgeehrter Herr Bürgermeister, mmrdmgs viermal - hunderttauseud Kronen mit der Bestimmung, dass l düse Sun me meine., Waisensonde emverleibt ^ w ^. de. Möge das neue Jahrhundert uremer geliebten Landssbauplsta Glück und Segen brink, gen, daswünsLL von sm nem Herzen I v. Sieberer. " Der Gemeinderath dr ckte während der Verlesung dieses Schreibens wieduholt durch Zurufe seinen Dank aus und Bürgermeister Greil hielt hierauf folgende Ansprache: Wie Sie aus dem eben verlesenen und von Ihnen mit lautem Anfälle aufgenommmen Inhalte des Briefes unseres unvergleichlichen WohLthäters und Waisenvaters des Herrn Geueral- Jnsmcwrs Hanns v. S eberer entnommen haben, erhöhte derselbe durch den Verkauf der Villa in Meidling und durch weitere Zuwendung von Pfandbriefe, den von ihm glstifteteu Wmsenhansfond um weitere 400. 0W Kronen, so dass der* silbe nunmehr einen Wert von 2. 800. 000 Kronen
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Jänner 1900, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6543-herrliche-spende-von-400-000-kronen-fuer-die-waisenstiftung-durch-1900).

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