Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KIRCHE FÜR JEDEN – AUCH FÜR DIE DIENSTBOTEN

Generalversammlung des Kirchenbauvereins Wilten mit Bericht über Finanzen und Kirchenbau

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 23. Jänner 1900 · Seite 3 · #Kirchenbauvereine
Der Verein beruht auf Gegenseitigkeit und bezweckt, seinen Mitgliedern nach Maßgabe der Statuten Ersatz für Verluste zu leisten, welche dieselben in ihrem Pferdestande erleiden. irchenbauverein Wilten.) Die vorgestern beim „ Tempel " in Wilten abgehaltene Generalversammlüng des Vereines wurde von Herrn Obmann Albert Neuhauser eröffnet mit einem Rückblick auf das abgelaufene Vereinsjahr. Derselbe machte daun einige Mittheilungen über die Anlage der neuen Kirche und gedachte mit warmen Dankesworten der größten Wohlthäterin des Vereines, der zu Meran im Herbst verstorbenen Convertitin Anna Eltrodt. Besondern Dank des Obmannes und des ganzen Vereines ernteten dann auch der Obmann - Stellvertreter Hochw. Herr Nikolaus Rogger, Cooperator in Hötting, die eifrigen Sammlerinnen und der Kirchenchor von Wilten, welcher die Versammlung mit einem Eingangs und Schlusschor zu erfreuen die Güte hatte. Herr Cassier Alois Resch verlas hierauf den Rechenschaftsbericht, laut dessen das Barvermögen des Vereines sich ans 26. 456 fl. beläuft, mit einem Mehrbetrag von 2840 fl. gegen voriges Jahr. Das Ellrodt ' sche Vermüchtsnis, welches etwas über 7000 fl. beträgt, nicht 30. 000 fl., wie das Gerücht sich verbreitete, ist hier nicht eingerechnet. In einer begeisterten Ansprache betonte der hochw. Herr Pfarrer Adrian Zacher von Hötting die Nothwendigkeit des Baues der neuen Kirche für jeden Stand und jedes Alter, ganz besonders für die Dienstboten, die wegen der von der Herrschaft oft so kurz bemessenen Zeit nicht weite Wege machen können. Nothwendig werde eine neue Kirche auch wegen der fortwährend wachsende:: Zahl der Schulkinder, für welche die Gemeinde bald in die Lage kommen wird, ein neues Schulhaus zu bauen, das, wie geplant, seinen Platz in der Nähe der neuen Kirche bekommt. Für Vieles habe man Geld, was nicht gerade nothwendig ist. Soll man denn für einen idealen, ewigen Zweck kein Geld haben? Für die Bedürfnisse des Lebens wünsche man der Bequemlichkeit halber in nächster Nähe der Wohnungen einen Ort, wo man das Nothwendige zum Lebensunterhalt u. was Erholung bietet, haben könne; soll es dann unbillig sein, wenn man ' s dem Volke zur Befriedigung der religiösen Bedürfnisse bequem machen will? Darum sei es auch Pflicht derjenigen, denen diese Commodität, wenn man so jagen kann, zu gute kommt, Opfer zu bringen. Zum Schlüsse hielt Herr Architect Peter v. Stadl einen interessanten Vortrag über die Eigenschaften, welche eine Kirche haben soll, wie die vier Merkmale der kath.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Jänner 1900, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6552-generalversammlung-des-kirchenbauvereins-wilten-mit-bericht-ueber-1900).

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