Fest und entschieden. " i „Gewiss. " ^ Briefe über tirolische Literatur von Anton Renk. II. Karl Da lla g o. Gedichte. Pierson, Dresden und Leipzig. Gerade in den letzten Jahren hat sich die Zahl der Tiroler Dichter bedeutend vergrößert, so dass das Land gegenwärtig über eine Anzahl tüchtiger Sänger verfügt, welche kaum eine andere Provinz zu stellen vermag. Ich weiß aber auch noch mehr; ich weiß, dass der Höhepunkt noch nicht ererreicht ist, ich kenne tüchtige junge Talente, welche noch dem deutschen Volk kein Buch hinlegteu, die es aber einmal sicher thun werden. Das Jungtirolerlied ist in der jüngsten Zeit hell in die deutschen Gaue gedrungen und mit der Verachtung, welche sonst die Großstadt — heiße sie Wien oder Berlin — für uns übrig hatte, ist es aus. Die Heimatkunst, die in Linz und Leipzig zuerst Stätte fand, ist nach Berlin gewandert und wird sich in Wien festsetzeu. Zu den Sängern Tirols gesellte sich „ zu Anfang 1900 " Karl Dallago. Er rst ein moderner Mensch und Dichter, der seinen Grundsatz: „Einzig im Empfinden liegt das Recht " 92 sowohl auf Inhalt als auf die Form in der Kunst und ebenso im Leben anwendet. Darum finden wir in manchen Gedichten Formgebungen, die uns überraschen, von denen wir uns sagen müssen, der Dichter wusste ganz gut, dass er uns mit diesem Verse verletzt, hat ihn aber doch geschrieben und zwar nur, weil er ihn so empfand. Ja sogar Prosaismen scheu fr nicht, wenn sich seine Empfindung nur durch sie prägen lässt ( x §. 16 — „ wie soll ich dieses mir erklären "; x > §. 75 „ Hart verfuhr mit mir das Geschick " re.). Ebenso verzichtet er mitunter bewusst auf die metrische Form mitten im Metrum und flicht nicht bloß reimliche, sondern auch metrische „ Waisen " unvermittelt ein: Nur das eine werd ich gewahr, Dass was Dunkles mich umschleicht, Das Deinen tiefen Blicken gleicht, Aber ich sehe nicht, was es ist. Auch die Klangwirkung vernachlässigt er absichtlich, wenn er eine unangenehme Empfindung hat, will er sie auch unangenehm wiedergeben und schreibt den fast unauszusprechenden Vers... „ was da rauscht — klingt, braust — lockt, winkt. " - Diese formellen Dinge habe ich eigens angeführt, weil sie ein Licht auf das bewusste Schaffen des A. ^ - - -,. 4 - — 144 aus rhrer eigenen Beobachtung den Schluss gezogen, dass er Cäcilie liebte, und hatte jetzt sich erdreistet, diese Aeußerung zu machen, um sich dann zu überzeugen, ob ihre Vermuthung zutreffend wäre. Er wandte sich daher kurz ab, lüftete seinen Hut und ließ sie stehen. Sie rief ihm noch ein spöttisches „ Adieu, Herr v. Markwald! " zu und blickte ihm dabei mit
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. Oktober 1900, S. 10, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6649-erscheinen-neuer-gedichte-von-karl-dallago-mit-moderner-formgebung-1900).
(Vorlesung Peter Roseggers Der Stndenten - Unterstützungsverein der drei weltlichen Fae ultäten ist in der angenehmen Lage, dem Innsbrucker Publicum einen auserlesenen Genuss in Aussicht zu stellen. Der berühmte Dichter …
(Das städt. unterstützte Orchester). welches bekanntlich Herr Martin Spörr aus Anlass der Ausstellung im Jahre 1393 ins Leben gerufen hat, gewann sich durch seine künstlerische und numerische Entwicklung durch allgemein …
(Concert des akad. Sängerbundes.) Der akademische Sängerbund welcher Samstag, den 26. Mai in Hall ein Concert gegeben hatte, veranstaltete schon Freitag, den 1. Juni wieder im AusstellungsrestauranL ein Concert mit volls …
(Bioskop.) Herr Bläser hat gestern seine bi» skopischen Vorführungen im kleinen Stadtsaal mit der ersten Bilderserie eröffnet. Wie schon erwähnt, ist das Bioskop ein verbesserter Kinematograph — > in der That ein verbess …
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