Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZWANGSLEITUNG OHNE WILTENER STIMME

Bericht über die Sitzung des Gemeindeausschusses Wilten mit Volkszählungsergebnissen und Tramwayplanung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 30. März 1901 · Seite 6 · #Statistische Daten
Gemeindeausschuss Witten. Zu Beginn der gestrigen Sitzung, an der 20 Mitglieder des Gemeinde - Ausschusses beiwohnten, sprach der Vorsitzende 1. GR. Dr. Duregger das Bedauern aus, dass der Herr Vorsteher Ingenieur R. Tschamler leider durch Krankheit verhindert ist, bis auf weiteres die Gemeindeangelegenheiten zu leiten, und um die Unterstützung des Ausschusses für die Zeit in der er den Vorsteher vertritt, ersuchte. Nach Verlesung und Genehmigung des Protokolles der letzten Sitzung theilte der Vorsitzende mit, dass die Volkszählung ergab, dass die Gemeinde Wilten 516 Häuser zählt, von denen 16 unbewohnt waren. In den 500 bewohnten Häusern wohnten 2661 Parteien mit 12. 411 Personen, darunter 5879 männlichen und 6532 weiblichen Geschlechtes, hievon waren nur 204 männliche und 241 weibliche Personen nach Wilten Zuständig. Die. Kosten der Volkszählung, die die Gemeinde zu tragen hat, betrugen 1448 L 60 k. Dem Gemeindesecretär Herrn Haueis wurde für die Oberleitung der Volkszählungsarbeiten die Anerkennung ausgesprochen. Hierauf theilte der Vorsitzende das Ergebnis der Begehungscommission für die Tramwaytrace durch die Hoserstraße zum Wiltener Bahnhof mit und erklärte, dass die Vertreter der Gemeinde Wilten, wie jene der. Stadt, die Verwendung von Rillenschienen, die Entfernung des Geleises vom Trottoirrande um mindestens 3 m, die Auspflasterung der Halte uud Ausweichstellen rc. verlangt haben. GR. Hei gl regte an, man solle bei den neu zu erbauenden Linien den Betrieb mit Pferden anstreben. Herr Baumeister Fritz hat einen Bauplatz in der Sonnenburgstraße zwischen Herrn Prof. Berger und Haun erworben und will denselben bis an die Grenze des Herrn Berger ausbauen. Es wurde beschlossen, den Gemeindeausschussbeschluss vom 17. Now 1899 aufrecht zu erhalten, wonach dem Bauwerber Fritz gestattet ist, an das Haus des Herrn Haun anzubauen; er muss aber 4 m von der Grenze des Herrn Berger Zurückbleiben. Die Stadt Innsbruck ersucht um Anschluss der Gemeinde Wilten an die von der Stadt beabsichtigte Eingabe an den Tiroler Landtag bezüglich der Erwirkung eines Landesgesetzes betreffend die Canalisierung der Stadt und des Gemeindegebietes von Wilten. 89 Hausbesitzer Willens, mit 125 Häusern, wendeten sich in einer Eingabe an den Gemeindeausschuss gegen die beabsichtigte zwangsweise Durchführung der Canalisierung und ersuchten denselben, keinen Beschluss in diesem Sinne zu fassen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. März 1901, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6757-bericht-ueber-die-sitzung-des-gemeindeausschusses-wilten-mit-1901).

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