Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WILTENER BAHNHOF IM DREIFACH-ÜBERLAUF

Kritik an der ärmlichen Wartesaalverhältnisse am Wiltener Bahnhof

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 17. Oktober 1901 · Seite 4 · #Wiltener Friedhof
(Vom Wiltener Bahnhofe.) Etwas links vom Südende der Andreashoferstraße erhebt sich ein bescheidener Holzbau, der bereits zehn Jahre hindurch als einzige Haltestelle der k. k. Staatsbahn für die stattliche, 13. 000 Einwohner zählende Gemeinde Wilten zu gelten hat. Ursprünglich als kurz dauerndes Provisorium gedacht, erfreut sich dieser Bau bereits eines mehrjährigen, zwar nicht immer ungetrübten Daseins. Denn schon einmal drohte ein Brand denselben zu vernichten. Gr blieb erhalten, nicht zum Ruhme der Gemeinde, deren stolzen Namen diese Haltestelle führt. Ob die Amtsräume für die Beamten der Wichtigkeit und Größe des Verkehres auch nur halbwegs entsprechen, dies zu entscheiden ist Sache der Eisendahnbehörde. Für die Bevölkerung ist jener Raum maßgebend, und darf, ja muss einer öffentlichen Kritik unterzogen werden, der dem Fahrgaste der k. k. Staatsbahnen für den geschäftlichen Verkehr mit dieser zugewiesen ist. Wir meinen den „Wartesaal ", der in seiner ganzen Erscheinu g den Eindruck geradezu großer Aermlichkeit macht. Er ist so klein, dass ein längeres Verweilen in demselben, besonders zur Sommersreit, zu einer förmlichen Qual wird. Dem nicht genug, dass dieser enge Raum bei gewissen Zugszeiten nm Passagieren vollgevfrovft ist, wickelt sich in demselben auch der ganze Schalter und ein Theil des Frachtenverkehcs ab.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 17. Oktober 1901, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6853-kritik-an-der-aermlichen-wartesaalverhaeltnisse-am-wiltener-bahnhof-1901).

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