Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
PLÄNE FERTIG – PLATZ FEHLT

Vortrag über den Kirchenbau zu Ehren der hl. Familie durch Baumeister Retter

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 1. Februar 1902 · Seite 5 · #Kirchenbauvereine
Baumeister Josef Retter von Wilten überraschte die Versammlung mit sehr fleißig und fein ausgearbeiteten Plänen für die neu zu erbauende Kirche „ zu Ehren der hl. Familie " und erörterte an der Hand seiner vorgelegten Pläne die Platzfrage und den Kirchenbau selbst. Die Platzf age sei bei dem gegenwärtigen Straßeuplan sehr schwierig. Die Breite des für die Kirche bestimmten Grundstreifens beträgt etwa 40 w, die Breite des Kceuzschiffes nach Retter ' schem Plan 36 m. Dadurch verlöre der ganze Bau seine Wirkung. Herr Retter ist der Meinung, die Fortsetzung der Speckbacherstraße soll nicht gebrochen, sondern geradlinig gegen die Stafflerstraßs geführt werden, von dort aber senkrecht in den Fürstenweg einmünden. Was den Bau der Kirche betrifft,, o ist selber, wie nach den vorgeführten Plänen gezeigt wurde, gedacht als dreisch ffige romanische Basilika mit flacher Decke, für 2r > 00 Personen berechnet. Das Presbyterium ist den heutigen Anforderungen entsprechend ziemlich groß und lang gehalten. Oestl ch vom Presbyterium wird der Thurm angebaut, dessen unteres Geschoß alsSacristei benützt werden könnte, die obere Hälfte des Thurmes wird der zierlicheren Form wegen ins Achteck übcrzeführt. Westlich von Presbyterium schließt sich eine Taufkapelle au. Die Fa ^ ade ist einfach, aber von monumentaler Wirkung. Obmann Potschka bemerkt, dass der von Retter projektierte Simationsplan auf große Schwierigkeiten stoßen werde. Herr Netter aber glaubt, dass dieselben nicht gar so schwer beseitigt werden könnten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 1. Februar 1902, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/6908-vortrag-ueber-den-kirchenbau-zu-ehren-der-hl-familie-durch-1902).

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