Seite Sh. Gabelsbergers Redezeichenkunst und ihre Pflege durch den lirol. Stenographen - Verein. Bon R. H. Ewald. Am Ende vorigen Jahres ist aus der Feder Prof. Matthias Hechfellners ein Schriftchen „ Zum vierzigjährigen Bestände des tirolischen Stenockraphenvereines " im Selbstverläge des Vereines erschienen. Das Merkchen beginnt mit einem „geschichtlichen Ueberblick ", welchem der Verfasser borüegender Zeilen die für die Entwickelung der Stenographie in Tirol im Allgemeinen und des tirolischen Stenographen - Vereins im Besonderen bedeutungsvollsten Daten entnommen hat. Im Eingang jenes „ Ueberblickes " über die verflossenen vierzig Vereinsjahre sagt Professor Hechfellner: „ Wenn der tirolische Stenographen - Verein auch absieht, nach der Mode der jubiläumslustigen Gegenwart mit Festreden und Kommersen vor die Öffentlichkeit zu treten, so ist doch ein solcher Abschnitt immerhin geeignet, einen Rückblick auf die Vergangenheit zu werfen und dankbar der so reichen Leistungen früheren Strebens zu gedenken. " Und ebenderselben Intention, welche dem Verfasser oberwähnter Broschüre die Feder in die Hand gedrückt hat, sind auch die folgenden wenigen Zeilen entsprungen. Mögen sie in weiteren Kreisen ein offenes Ohr und denjenigen Widerhall finden, dessen unsere Kunst und unser Verein würdig ist! Mit lapidarer Gewalt hat das neunzehnte Jahrhundert, das glänzendste in der gesamten Kulturgeschichte, dein Verkehr in allen seinen Details jene gewaltigen Schwingen gegeben, welche es einerseits ermöglichen, daß der Mensch und das körperliche Objekt überhaupt, sowie der in Wort oder Schrift fixierte Gedanke mit einer fliegenden, früher unbekannten Geschwindigkeit unsere Erdoberfläche zu durcheilen vermag, jene Schwingen, welche infolge dieses Umstandes andrerseits unseren gesamten Verkehr und mit ihm unsere ganze Kultur zu jener bedeutsamen Höhe emporgehoben haben, die wir im täglichen Leben so oft und oft mit aufrichtigem Staunen zu bewundern Gelegenheit finden. Wenn wir jener für das Verkehrsleben epochemachenden Erfindungen gedenken wollen, dann dürfen wir nicht über denen rein technischer Natur, wie denen der Eisenbahnen und Dampfschiffe, der Telegraphie und der Telephonie, der in diesem Sinne nicht technischen, und unter letzteren der hervorragendsten, der Stenographie oder Redezeichenkunst vergessen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. September 1902, S. 26, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7064-zum-vierzigjaehrigen-bestande-des-tirolischen-stenographenvereins-1902).
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