Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
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Beständigkeit im Kalsertale: Kalser Bauern und ihre heimatliche Lebensweise

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 2. Jänner 1903 · Seite 9
(Die Bewohner des Kalsertales.) Das am Fuße des Großglockner gelegene Kals im Pustertale nimmt insoserne eine rühmliche Ausnahmsstellung ein, als sämtliche Bewohner in ihrer Heimat verbleiben, während in den meisten andern Tälern Tirols das junge Volk dem flachen Lande und den Städten zuwandert. Bei den Kalser Bauern erhält das Anwesen stets der älteste Sohn, der sich in der Regel verheiratet. Die Geschwister bleiben ledig und dienen auf dem Hofe des Bruders um einen. Jahreslohn von 15 bis 20 Gulden nebst der nötigen Kleidung, jedoch unter der Bedingung, daß sie den heimatlichen Hof nie zu verlassen! brauchen. Das 1100 Einwohner zählende Kals hat 55o/s männliche und 45 o/o weibliche Einwohner, ein Prozentsatz, der sonst nicht gar häufig anzutresfen ist. Die Männer sind stark, knochig, tragen größtenteils Vollbärte und sind als tüchtigt Bergführer weltbekannt; d ie Frauen sind ebenfalls kräftig uM besitzen meistenteils blondes Haar.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Jänner 1903, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7151-bestaendigkeit-im-kalsertale-kalser-bauern-und-ihre-heimatliche-1903).

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