Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
TIROLER ÄRZTENSTAR IN KUFSTEIN BEGRABEN

Versterben des ehrwürdigen Generalstabsarztes Dr. v. Kappeller in Wien

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 4. April 1903 · Seite 5
(Generalstabsarzt Tr. von Kappeller ' s.) Aus Wien erhalten wir die Mitteilung, daß am 2. d. M. morgens dort nach längerem schweren Leiden der k. u. k. Generalstabsarzt d. R. Dr. Franz Xaver Edler von Kappeller zu Oster und Gatterfelden verschieden ist. Die Beerdigung erfolgt in Kufstein in der Familiengrabstätte. Er war 1841 als Sohn des sz. Kreisarztes von Kufstein, Karl v. Kappeller geboren und gehörte einer alten Tiroler Familie an. Nach einjähriger Vorbereitung in Fischt begann er in Hall seine Gymnasialstudien, die er in Innsbruck vollendete. Hierauf wandte er sich dem Studium der Medizin zu; er trat ins Josefineum in Wien ein, jener militärärztlichen Hochschule, welcher der Staat eine Reihe gediegenster Ärzte verdankte. Nach Vollendung der Studien im Jösefinum ( 1861 — 1866) wurde er infolge des Krieges 1866 als Oberarzt früh zeitig ausgemustert und als solcher auf den Kriegsschauplatz nach Böhmen berufen, dann nach Linz, von dort als Akademiearzt und Lehrer nach Wiener - Neustadt. Dort wirkte v. Kappeller 12 Jahre lang ( bis 1891) gleich als Arzt wie als Lehrer. Er erwarb sich zahllose Freunde unter Vorgesetzten, Kameraden und Schülern, denn mit einer hervorragenden sachwissenschaftlichen Bildung und einem ungemein reichen allgemeinen Wissen verband er ein selten sympathisches Wesen, trotzdem er als echter Tiroler frei von der Leber weg zu sprechen gewohnt war. Nach seinem Ausscheiden aus der Militärakademie avanzierte er in rascher Folge. Im Jahre 1891 wurde er zum Stabsarzt ernannt und nach Jaroslau transferiert. Von dort katn er 1894 als Divisions - Chefarzt nach Innsbruck. Hier erhielt er die Ernennung Mm Oberstabsarzt. 1897 kam er ans Garnisonsspital Nr. 1 nach Wim, wo er ein Jahr weilte; von dort nach Preßburg ( 1898 — 1900) und dann als Sanitätsches nach Agram. Außer seiner Gattin hinterläßt er eine Tochter, Luise v. Kappeller. Dr. Franz v. Kappeller war, wie schon erwähnt wurde, Ritter des Ordens der eisernen Krone 3. Klasse, ferner Besitzer der Militär - Verdienstmedaille am roten Bande, der Kriegsmedaille und der Jubiläums - Erinnerungswedaille, des Ritterkreuzes, des sachs.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 4. April 1903, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7205-versterben-des-ehrwuerdigen-generalstabsarztes-dr-v-kappeller-in-1903).

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