(Wasserleitung in Pradl.) Die Stadtgemeinde Innsbruck hat der k. k. Statthalterei ein Projekt zur Umgestaltung, bezw. Neuherstellung der in der Ortschaft Pradl bestehenden Trinkwasserleitung, welche aus der städtischen Wasserleitung gespeist wird, zur Genehmiung vgxgelegt. Nach diesem Projekte soll die isher über die Pradler Brücke führende 50 Millimeter weite Rohrleitung, welche am Teilschachte der städtischen Hochdruckleitung nächst dieser Brücke angeschlossen ist, gegen eine solche von 80 Millimeter weiten Mannes ' mannrohven ausgewechselt werden. Am rechten Sillufer schließt sich dieselbe an die zum Teilschachte I führende Gußrohrleitung än. Von letzterem Teilschachte folgt die Hauptleitung entuns zur Besichtigung der Sehenswürdigkeiten außerhalb des Burgfriedens. Am Inn steht seit 1581 das Ballspielhaus (Zollamt), in dem sich die herumziehenden italienischen Ballspielkünstler vor dem Hofe produzieren. An den Rennplatz stoßt der großartige Hofgarten. Inmitten seiner reizvollen Anlagen erhebt sich der Gartenpalast Ruhelust. Aus Holz und Ziegeln aufgeführt, umfaßt er in den zwei Stockwerken über dem Erdgeschosse fünfzig Gemächer und eine schöne Kapelle, die den beiden ritterlichen Heiligen Leopold und Georg geweiht ist. Ein Luftturm gewährt weite Rundschau, Papageien und Affenhäuser, ein Zwinger mit allerlei Raubtieren ( Löwenhaus) und vieles andere gibt uns reichliche Gelegenheit zum Schauen. Die ganze Anlage verdankt ihre Entstehung Erzherzog Ferdinand; er hat Schloß Ruhelust für seine zweite Gemahlin Anna Katharina von Mantua, der es in den düsteren Räumen der Burg nicht behagte, erweitern und prächtig ausstatten lassen. ^) Zum geplanten Neubau der Burg ist es aus Geldmangel nicht gekommen. Wir kehren auf den Rennplatz zurück. Nahe beim Wappenturm am Anfänge der Silbergasse (Universitätsstraße) steht die größte Sehenswürdigkeit der Stadt, Kirche und Kloster der Franziskaner. Durch die schöne Vorhalle, die ihres Freskenschmuckes noch harrt, treten wir in das Innere mit dem herrlichen Mausoleum Maximilians. 1553 bis 1563 er- ") Über die Einrichtung von Ruhelust gibt das erwähnt^ Inventar Aufschluß. Der Bau braürtti 1636 nieder. lang des Fürstenweges zum Teilschachte II und III, um am östlichen Ende des Ortes Pradl bei Haus Nr. 75 zu enden. An den Hauptkreuzungspunkten der Leitungen sind Teilkasten mit Absperrschiebern projektiert. Die zur Benützung bei Feuersgefahr und zum Bespritzen der Straßen notwendigen Hydranten sind in mittleren Entfernungen von 50 bis 60 Metern angeordnet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Mai 1903, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7243-neuherstellung-der-trinkwasserleitung-in-pradl-durch-80-millimeter-1903).
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