Seite 2. Nr. 166. Innsbrucker Nachrichten Samstag den 23. Juli 1904. bestimmten Abstammung dort überhaupt nur möglich ist, aus longo bardischem ( also deutschem!) Blute. " Damit stimmt die Angabe Dantes, der bekanntlich Deutschland am Gartsee beginnen läßt. Der Bestand dieses Deutschtums war indes schon längst erschüttert. Hier, wie in Fleims und in Zimmers, nisteten sich unter dem Schutze der Gleichgültigkeit die Italiener rasch ein; es erlosch der Gebrauch der deutschen Sprache an Orten, wo er bis dahin schon in steter Abnahme begriffen war. Angriffs weise aber ging das Welschtum in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts im Etschtale selbst wieder vor, besonders nachdem es — nicht selten unter Berufung auf sein treues Tirolertum — den Zutritt zur tirolischen Gesetzgebung teils erbettelt, teils ertrotzt hatte, ( vergl. „ I. N. " 1903, Nr. 220 bis 221: „ Die Welschtiroler in den Lirolischen Landtagen ".) Es war ( und ist bis auf den heutigen Tag) ein vorzugsweise wirtschaftlicher Krieg, dessen Erfolge dem nationalpolitischen Vordringen die Wege ebnen. Aus beide Gesichtspunkte ist in der Einleitung zu diesem Aussatze bereits hingewiesen worden. Signori aus dem untern Etschtal, einige auch aus den cimbrischen Gebieten dorthin eingewanderte, begannen teils käufweise, teils durch Kolonatsverträge deutsche Bauerngüter zu erwerben, und zwar so zahlreich, wie nie zuvor. Da sie dieselben nicht etwa durch eigene Dienstboten oder Taglöhner, sondern nach dem italienischen ( altrömischen) Kolonensystem bearbeiten ließen, so kamen hiedurch — ursprünglich nur welschtirolische, in der Gegenwart mit Vorliebe reichsitalienische — welsche Kolonen scharenweise in das Land zwischen Bozen und Trient. Die Konkurrenz veranlaßte die deutschen Grobgrundbesitzer zu gleicher Art der Bewirtschaftung. Der deutsche Bauer aber verschwand und der welsche Großgrundbesitzer und die welschen „ Bauleute " traten an seine Stelle. Bleibende welsche Bevölkerung schob sich zwischen die deutsche, neue welsche Ansiedlungen entstanden, Deutsche verschwanden oder wurden verwelscht. Die Herstellung der neuen Verkehrswege (besonders von Eisenbahnen) rief dann auch noch jene reichsitalienischen Arbeiterscharen ins Land, von denen einleitungsweise schon gesprochen worden ist. Die ( nicht in allen Orten gleichen) Ursachen dieser Vorgänge hat Dr. Angerer in seiner Schrift: „ Deutsche und Italiener in Südtirol " ( 1881) mit großer Sachkenntnis dargelegt. Die ersten, welche z. B. in dem zur Zeit vielgenannten Psatten die welschen Elemente dort einbürgerten, waren die Herren von Tevini und de Birti ( Name cimbrisch, d. i. Wirt); des ersteren Besitz ging an Dr. Viesi, der des letzteren an die aus Italien stammen¬ Lehr ' ers und machte so glänzende Fortschritte, daß er 1753 an der Akademie der. bildenden Künste in Wien den großen Preis für Historienmalerei erhielt. Er verließ dann Wien und kehrte in seine Heimat Tirol zurück, nachdem er vorher kurze Zeit in Salzburg einige Kunstaufträge ausgeführt hatte. Im Jahre
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. Juli 1904, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7524-wirtschaftlicher-einfluss-welschtirolischer-kolonisten-auf-das-1904).
(Kaiser - Panorama,) Maximilianstraße, neben der Triumphpsorte. Wegen nicht rechtzeitigen Eintreffens der angesetzten Serien Korea und Japan kommen dieselben erst in den nächsten Wochen zur Ausstellung. Das Kaiser- Panor …
Es empfiehlt sich wirklich die Besichtigung dieses Etablissements, da auch im ersten Stock eine Anzahl durchwegs moderner Musterzimmer zur Aufstellung gelangten. 30 (Amateur - Photographie.) In den Frühlingstagen setzt j …
Mai verschoben wird. (Eine neue Schlachtmethode.) Im städtischen Schlachthaufe wurden seit einiger Zeit Versuche vorgenommen, die Tiere nach einer neuen Methode durch Erschießen zu schlachten. Tie Versuche bewährten sich …
NftouLag den 16. Mai 1901. ZrmKbxrEr Nachrichten tzender Weise. Ver ' imndung für Kriegszwecke finden. Japan habe in dem gegemvärtigen Kriege nicht weniger als 50. 000 Stück Brieftauben, die schon seit drei Jahren in ver …
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