(Verhaftung von Zigeunern.) Am letzten Samstag stieß eine zwei Mann starke Der Geist kümmerte sich um unser Lautes Geschrei verdammt wenig und ließ ruhig sein Licht leuchten. Etwa sechzig Schritte vor ihm blieben wir stehen und brüllten ihn gleichzeitig an: „ Wer da?! Antwort oder ich schieß. " Auch das brachte ihn nicht aus seiner Ruhe. Vorsichtig schlug ich nun die Flinte an und drückte beide Läufe darauf ab. „Kling — kling " machte es, als ob jernand eine Fensterscheibe entzwei geschlagen hätte, doch das Licht brannte weiter, nur flackerte es jetzt ein wenig, Teufel! Was konnte das sein? Wir umren mäuschenstill geworden und keiner rührte sich von der Stelle. Der eisige Morgenwind schütteltje mir eine Gänsehaut nach der anderen über den Körper und bebend schlugen die Zähne aneinander, denn ich hatte in meinem Dusel ganz vergessen, einen Rock anzuziehen. Das beginnende Tagesgranen löste endlich den Bann des Spukes und wir standen mit einem nicht zu beschreibenden, kläglichen Gefühle vor dem Mechgestelle der Stallaterne, welche der Mann von Lisens in seinem Rausche hier stehen gelassen hatte und der ich zunr Überflüsse noch tapfer die Glasscheiben entzwei schießen muhte. Drum Lsser, glaub an keinen Geist, Es gibt nur einen in Tirol, Der viele ins Verderben reißt, Das ist der Teufel Alkohol. GendarmeriepatrouM im GemeindegebieLe von Götzens aus eine mehrköpfige Zigeunerbande. Bei Durchsichtnahme der Dokumente ergab es sich, daß mehrere dieser Dokumente als mehrmals absichtlich gefälscht erkannt wurden und überdies befand sich unter der Bande ein Mann, der als Stellungsflüchtling schon lange gesucht wird. Die Gendarmerie nahm nun drei Ver- ^ Haftungen vor; die übrigen Zigeuner aber wurden nach kurzem Ansenthalte über Hall in der Richtung nach Bayern abgeschoben. Wie es sich nun herausstellte, befinden sich unter diesen drei Verhafteten zwei Bauernfänger, die am Freitag einem gewissen Nikolaus Gleißner aus - Milders in Stubai den Betrag von 60 Kronen aus folgende Weise herausschwindelten: Der Bauer war kränklich, und diesen Zustand benützten die beiden Gauner, dem armen Manne eine wirkungsvolle, heilsame Medizin anzubieten, die ihm bestimmt in zwei bis drei Tagen die volle Gesundheit wiederbringen werde. Uw den Schwindel zu vollenden und beim Bauern mehr Vertrauen sür das Medikament zu wecken, erklärten sie ihm, daß ihm dieses sichere Heilmittel wohl etwas zu teuer kommen werde, denn es koste blanke 60 Kronen. Das schien bei dem um seine Gesundheit bekümmerten Bauern zu wirken und er ging schließlich auf das Angebot ein, worauf sich die betrügerischen Wunderdoktoren mit ihrer Beute entsernten. Wer nur zu bald sah der bedauernswerte, leichtgläubige Stubaier, daß man ihn scheußlich geprellt hatte, denn als man das Medüament zubereitete, stellte es sich heraus, daß es nichts als bittere Eyzianw urzen waren.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Dezember 1904, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7622-verhaftung-von-zigeunern-in-goetzens-darunter-betrueger-die-einen-1904).
(Zigeunerplage.) Aus T h aur wird uns berichtet, daß dort eine Zigeunerin, welche beim Krämer Recheis 24 Kronen entwendete, verhaftet wurde. — Auch aus dem Oberinntale kommen Klagen. So zog unlängst eine Bande von 15 Köp …
Fenner im Alter von 76 Jahren gestorben. (Vergiftung.) Am Montag abend ist in Rum der in den Fünfzigern stehende verehelichte Gutsbesitzer Joses Spieß nach kurzem Unwohlsein ganz unerwartet gestorben. Bei der Leichenbesc …
(Eine Irrsinnige.) Aus Rattenberg wird uns unterm 20. d. Mts. geschrieben: Als der Personenzug gestern nachmittag um 4 Uhr 48 Min. in der hiesigen Station hielt, sprang eine geistesgestörte Frau aus dem Coupo und lief sc …
(Eine nächtliche Gewalttat.) In der Nacht von Montag auf Dienstag kam um zirka halb 1 Uhr ein unbekannter Mann in die 'Wohnung einer Prostituierten in der ' Südbahnstraße. Man vernahm kurz nachher Hilferufe und Schreie a …
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