bei und ließ sie in der Stiftskirche begraben. Im Jahre 1590 starb auch die bisherige Stiftsoberin Erzherzogin Magdalena und wurde neben ihren Schwestern bestattet. 1788 wurden die Särge der drei Schwestern sowie die der Christina und Leonora aus der Stiftskirche in die Jesuitenkirche übertragen. Durch die Erzherzoginnen unterstützt, gründeten die Jesuiten anno 1573 das Gymnasium und versorgten es bis zu ihrer Aufhebung ( 1772) mit Lehrern. Nach ihnen wurden diese vom Benediktinerstift Fiecht beigestellt. Das Gymnasium wurde zur Zeit der bayerischen Negierung aufgehoben und erst als Tirol zu Österreich zurückkam, wieder eröffnet. Anno 1783 wurde das königliche Damenstift aufgehoben und der Berg und Salinendirektion zur Verfügung gestellt. Seit 1845 dient dasselbe als Haller Stadtspital. Das königliche Tamenstift hatte bei seiner Aufhebung ein sehr bedeutendes Vermögen an Barschaft, Wertgegenständen, Gebäuden, Grundbesitz, Giebigkeiten re. Gold und Silber wurde bei der Abschätzung ( mit Außerachtlassung von Kunst und Facon) nach dem Gewichte taxiert, vieles wurde gar nicht bewertet. Zwei äußerst künstliche Ebenholzpyramiden mit reicher Gold und Edelsteinverzierung wurden auf 700 fl. geschätzt, erzielten aber bei einer späteren Veräußerung einen Preis von 34. 000 fl. Ähnlich erging es den Kunstwerken der Stiftskirche. Tie unschöne Jesuitenkirche ließ man bestehen, die in edler Form gebaute Stiftskirche mit einem der schönsten Kuppeltürme des Landes aber wurde aufgehoben und verweltlicht. Der Dichter Balthasar Hunold schreibt folgenden sehr zutreffenden Vers: Stift ' s und Jesuitenkirche Sind geschichtlich nicht zu trennen, Wenn auch nur der Damenkirchturm Ist ästhetisch schön zu nennen. Man kann sich von der ehemaligen Schönheit der Damenstiftskirche einen kleinen Begriff machen, wenn man Beschreibungen aus älteren Tagen liest. Tmrch das schöne Portal, welches mit rötlichen Säulen und mit Wappenschildern geschmückt war, trat man in ein reich stukiertes Tonnengewölbe, dessen Wände durch jonische Pilaster gegliedert waren. Auf drei Marmorbögen ßctttb der Gebetschor der Stistsdamen. Darüber befand sich der Gesangschor mit der Orgel. Unter den an dem Gewölbe angebrachten, noch sehr gut erhaltenen Stukaturen sind sehr viele Figuraldarstellungen zu sehen, von denen b sonders die Himmelskönigin von marianischeu Symbolen umgeben und die an dem Schiff befindlichen Engel mit den Leidenswerkzeugen hervorzuheben sind. Auf dem marmornen Fußboden. standen kunstvoll geschnitzte Stühle. Auf dem Hochaltar war zwischen sechs hölzernen Säulen ein silberner Tabernackel und darüber das Bild Maria Heimsuchung angebracht. Der übrige Teil war mit kunstvollen Statuen geschmückt. Außer den beiden Seitenaltären, von denen der eine der hl. Dreifaltigkeit, der andere den Schutzheiligen der beiden Erzherzoginnen Magdalena und Margaretha geweiht war, befand sich außerhalb des Gitters noch ein kleiner Altar mit dem Bilde der schmerzhaften Muttergottes. Überdies war das Innere der Kirche auch mit kostbaren Reliquienschreinen geschmückt. Die Kanzel, welche sich mitten im Schiff der Kirche ' befand, war reich vergoldet und durch kunstvolle Bildhauerarbeit hervorgehoben. — Auf der Evangelienseite waren drei große Gemälde angebracht: Maria Verkündigung, Maria Reinigung und die Flucht nach Ägypten. Am Plafond befand sich ein von Tintoretto gemaltes Bild, Maria Himmelfahrt darstellend. Das erstgenannte Gemälde soll eine Kopie der berühmten Annunziata von Florenz gewesen sein und hat nach dem Urteil der Zeitgenossen das Original übertrosfen. Es wurde vom Stiftsarzt Guarinoni aus der Hauptstadt Toskanas gebracht. Wie alles um einen Spottpreis verkauft wurde, so gelangte auch dieses wunderbare Bild um sehr niedrigen Preis an eine Familie Werner nach Augsburg, von wo es nach Höchst in Vorarlberg kam. Es sollen hiefür Beträge von 80 bis 100. 000 Franks geboten worden sein. Das Gemälde Maria Reinigung ist als bewunderter Kunstgegenstand im britischen Museum zu London. So kamen die schönsten Kunstgegenstände um billiges Geld außer Land. Tie Kirche wurde zuerst als Holzmagazin und in letzter Zeit als ' k. k. Landsturmzeughaus verwendet. Voriges Jahr wurde das
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 7. April 1905, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7705-zur-geschichte-und-verlust-der-ehemaligen-damenstiftskirche-in-hall-1905).
Nachdem allen Wohltätern und Sammlerinnen der Dank durch Erheben von den Sitzen ausgedrückt worden war, wurde bekanntge- Zeöen, daß der Vereinsausschuß sich in diesem Jahre mit der Beschaffung des Bauplanes beschäftigen …
(Panik in der Ser vitenkirche.) Vorgestern vormittag gegen halb 10 Uhr wurde in der Vorhalle der Servitenkirche ein Mann von einem epileptischen Anfalle betroffen und stürzte zu Boden. In der nächsten Umgebung verursacht …
(Introduktion einer Stiftsdame.) Gestern fand in der Damenstiftskapelle der k. k. Hofburg die feierliche Introduktion der von Ihrer k. u. k. Hoheit der durchlauchtigsten Frau Erzherzogin Maria Josefa mit höchster Entschl …
(Firstfeier der evang. Christuskirche in Innsbruck.) Nachdem vor nicht ganz 2 Monaten die festliche Grundsteinlegung zur neuen evang. Kirche Innsbrucks stattfand, können wir heute bereits von der am Samstag den 22. d. M. …
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