Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MUT UND MENSCHENLIEBE IM KRIEG

Lebensgeschichte des Landesschützenmajor Anton Dominik Aschbacher vom Jahre 1809

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 29. Juli 1905 · Seite 17 · #Mitstreiter Andreas Hofers
MtzNrsLag den 29. Jull 1905. Innsbrucker Nachrichten Landesschützen - Major Anton Dominik Aschbacher. Lebensgeschichte eines Kämpfers vom Jahre 1809. Von Vigil Pertl. Lluf dem Friedhose in Achenkirch erinnert ein vor einigen Jahren errichtetes Denkmal an den Landesschützenmajor Asch b ach er. Anton Dominik Aschbacher wurde am 14. »Oktober 1782 als Sohn des Johann Aschbacher, Zolleinnehmers im Weiler Achensee, ( dem heutigen Scholastika), geboren. Schon sein Großvater stand bereits 50 Jahre als Zolleinnehmer dortselbst in treuen Diensten und wurde von der Kaiserin Maria Theresia mit der großen goldenen Medaille samt Kette ( 50 3/4 Dukaten im Gewichte) beschenkt. Anton erhielt eine treffliche Erziehung, die in Verbindung mit glücklichen Geistesanlagen und einem edlen Gemüte, herrliche Früchte trug. Er studierte teils in der Stiftsschule zu Tegernsee, teils in der Stadt Hall die Gymnasialgeigenstände und in Salzburg die Philosophie des ersten Jahrganges. Anton Aschbacher hatte freundliche, fast schöne Gesichtszüge; ein seelenvolles Auge erhöhte deren Bedeutung und der dichte Schnurrbart, den er später trug, gab ihm ein martialisches Ansehen. Er besaß vielen Verstand mit einer achtungswürdigen, intellektuellen und äußeren Bildung, und dabei den feurigsten Willen. Doch seine Herzenseigenschaften übertrafen alle anderen Vorzüge. Wegen seiner Rechtlichkeit und seines religiösen Sinnes war er hochgeachtet, soweit der Name Aschbacher klang. Die größte Würde seines sittlichen Wesens lag indessen in einem seltenen kindlichen Zartgefühle und in der reinsten Humanität. Darum, erschütterte ihn die Betrachtung des knechtischen Zustandes und des Elends, unter dem Europa zu jener Zeit schmachtete, tief. Darum nahm der hochbegeisterte Jüngling mit ganzer Seele an dem von Österreich 1809 eröffneten Befreiungskämpfe teil. Den Stutzen verstand er zu führen; wegen der Sicherheit im Treffen ward er auf allen Schießstätten geachtet. Seinen Mut hatten die Feinde schon früher erfahren. Im Jahre 1800 hatte der Vater Aschbacher, der als Hauptmann einer Schützenkompagnie des Gerichtes Rottenburg bereits 1796 bei Segonzano und 1797 bei Spinges ehrenhaft gefochten, den Grenzpaß Achen zu verteidigen. Da stand auch der 18jährige Sohn Anton als Fähnrich in den Reihen der Tapferen. Mit männlicher Unerschrockenheit sah man ihn in einem zweistündigen Gefechte unweit Tegernsee hervorleuchten vor den anderen. Dies bezeugte ihm der Landesschützenmajor Wenzel Graf von Wolkenstein. Ein freieres Feld zur Entwicklung seiner Kraft eröffnete dem jungen Helden das Fahr 1809. Als Hauptmann der
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 29. Juli 1905, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7817-lebensgeschichte-des-landesschuetzenmajor-anton-dominik-aschbacher-1905).

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