Hofrat Prof. Dr. Fr. R. von Mieser (Innsbruck) hielt einen interessanten Vortrag über „ Die Karte des Nikolaus. von Cusa ". Die unter dem Namen des Nikolaus von Cusa ^ überlieferte Karte aus dem Jahre 1491 in trapezförmiger Projektion entworfen, von der sich in Kupfer gestochene Exemplare in London, Nürnberg, Weimar und München befinden, ist nach den Ausführungen des Vortragenden nur eine von Nikolaus Germanus in Italien für eine Ptolemäusausgabe vorbereitete Umarbeitung der Cusanuskarte, die dann später in Deutschland durch eine im Süden angefügte, vier Breitegrade umfassende Zone erweitert worden ist. Der Originalkarte steht ungleich näher eine in Zylinderprojektion ausgeführte Karte von Mitteleuropa, welche der Vortragende in einer Ptolemäus - Handfchrift auf der Bibliotheca nazionale in Florenz gefunden hat. Diese Karte, welche im Süden nur bis znm 44. Breitograd reicht, erweist sich als eine Arbeit Cusas durch die Angabe des Geburtsortes des Kardinals, insbesondere aber durch die überraschend detaillierte und richtige Darstellung jener Alpengebiete, in welchen der Kardinal als Bischof von Brixen gewirkt hat. Als Zeichner, respektive Mitarbeiter dieser Florentiner Karte ist in der Handschrift Henricus Martellus Germanus genannt. Eine analoge Karte besitzt die Bibliotheca Maglia Bccchiana in Florenz und eine dritte Karte dieses Typus ist vor kurzem in der königl. Bibliothek zu Lerchen durch Dr. C. S. Petersen aufgefunden worden. ( Eine Kopie der letzteren verdankt der Vortragende der Liebenswürkeit des dänischen Gelehrten Björnbo.) Die Karte des Nikolaus von Cusa hat also dasselbe Schicksal gehabt wie die zweite von Claudius Clavus Niger entworfene Karte des europäischen Nordens. Das Original ist verloren, und wir besitzen nur zwei Bearbeitunjgeu, eine dem Originale nahestehende von Henricus Martellus Germanus ( Typus A) und eine nach Projektion und Länderdarstellung ziemlich stark abweichende von Nikolaus Germanus (Typus B.) Beide Kopien sind als „ tadulae moderne extra Ptolemäum " in Italien gegen Ende des 15. Jahrhunderts ausgeführt worden. Da Nikolaus von Cusa bereits 1464 gestorben ist, so kann seine Karte nicht viel nach der Mitte des 15.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 5. Oktober 1905, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7858-vortrag-ueber-die-karte-des-nikolaus-von-cusa-und-ihre-1905).
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(Vortrag.) In Schwaz hielt vorgestern der bekannte Nordpolfahrer Julius v. Payr im Bürgersaale des Gasthofes zur „ Post " einen Vortrag über seine Nordpol - Expedition. Der Vortrag war gut besucht. Der Vortragende erntet …
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