Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
WASSERLEITUNG AUS DEM BACH

Ablehnung des Wasserleitungsprojekts in Ehrwald mit erheblichen Folgen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. Oktober 1905 · Seite 5 · #Trinkwasserversorgung
Wie nun veröffentlicht worden ist, hat die Gemeindevertretung von Ehrwald in der Sitzung vom 30. September d. Js. das im Aufträge des Landeskulturrates ausgearbeitete Höchdruckwasserleitungsprojekt mit 11 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die Ausführung eines hochwichtigen Werkes ist somit, wenn nicht ganz, so doch auf unabsehbare Zeit hinaus hintertrieben sehr zum Schaden Ehrwalds und der weiteren gedeihlichen Entwicklung unseres Ortes. Es muß bei dieser Gelegenheit darauf Nur auf Saumwegen ist das Haupttal, in das wieder tief gefurchte Grüben münden, zu ereichen; ich wüßte nicht gleich wieder ein ähnliches Terrain, das so abgeschlossen ist und das ist zu Nutz und Frommen der Jagd wohl gut so. In jagdlicher Beziehung verdient es aber jedenfalls erstklassigen Revieren angereiht zu werden. Außerordentlich günstig sind die Äsungsverhältnisse im Bächental, so daß dort Nach schweren Wintern selbst beträchtliche Wildverluste sich aus den angrenzetchen Revieren rasch wieder ergänzen. Entsprechend dem jagdlichen Zwecke sind ferner alle Reviere von zahlreichen Reit und Pürschsteigen durchzogen und so geschickt angelegt, daß sie sowohl Pürsche als auch Jagdschutz ganz wesentlich erleichtern; letzterer wird von vier Oberjägern und acht Jägern versehe::. Fash ringsum ist das Revier vor: vorzüglich gepflegten Revieren eingeschlossen, so grenzt im Norden das Leibgehege des Prinzregenten von Bayern ( Fall und Bord rriß), im Westen die Jagd des Großherzogs von Luxemburg ( Vereinsalpe Mittenwald), gegen Süden das Jagdgebiet des Fürsten zu Hohenlohe- Langenburg ( Hinterautal) und des Herzogs von Alenyon ( Vomperbach), im Osten Graf Enzenherg ( Stallntal - Stanserjoch) und endlich im Novdosten Fürst SAönberg ( Achental) das Herzoglich Coburg ' sche Gebiet. Leider machen ein paar anstoßende, in bäuerlichen Händen behingewiesen werden, daß manche Teile Ehxwalds, wie z. B. die Fraktion Gasse gar kein gesundes Wasser in der Nähe haben und andere Teile, z. B. die < i: n Gaistal gelegenen Häuser und die „ Schmieden " auf die Wasserentnahme aus dem Bache angewiesen sind. Was aber alles da hinemgeworfen und darin gewaschen w: rd, davon wollen wir hier lieber nichts sagen.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Oktober 1905, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7878-ablehnung-des-wasserleitungsprojekts-in-ehrwald-mit-erheblichen-1905).

Weitere Berichte aus der Rubrik „Wasser, Elektrizität & Energie“

WASSERLEITUNG MIT SCHULHAUS-EXTRAS

Einigung über neue Wasserleitung von Jungbrunnquellen zum Bahnhof und Schulhaus in St. Anton

Innsbrucker Nachrichten · 18. Februar 1905 · S. 5 · Wasser, Elektrizität & Energie

(Neue Wasserleitung a m A r l b e r g. h Aus St. Anton, 16. d. M. schreibt man uns: Zwischen der k. k. Staatsbahnverwaltung einerseits und der hiesigen Gemeinde andererseits wurden dieser Tage Verhandlungen wegen des Bau …

STOLLEN DURCHGESCHLAGEN – MIT AUSZEICHNUNGEN

Durchschlagsfeier und Prämienverteilung für Arbeiter des Kaiserwerke-Stollens in Widauers Gasthaus

Innsbrucker Nachrichten · 20. März 1905 · S. 3 · Wasser, Elektrizität & Energie

September in Kufstein abzuhalten. ( „ Grenzbote ".) (D er W afserstollen der Kaiserw er ke durchgeschlagen.) Dem Kufsteiner „ Grenzboten " entnehmen wir: Anläßlich der am 14. d. M. erfolgten exakten Durchführung des 1076 …

✎ Korrektur-Modus Klicke in jede Überschrift oder Transkriptions-Zeile (Enter = nächste Zeile, Shift+Enter = Zeile teilen)
Gesammelt: 0 Artikel |