bleiben, nichts anderes tun können, als in der vielgeschmähten Zentralmolkerei die Milch um sieben Kreuzer zu verkaufen und dort bekommen wir sie um zehn Kreuzer. In diesem Falle Haben wir das Heft in der Hand. Es bedarf nur des kräftigen W i d e r st a n d e s der Frauen. Ich möchte kurz sein und nur die Gründe der Milchverteuerung beleuchten. Wir haben seit fünf Jahren den Milchpreis zu zehn Kreuzer. Schon damals hat es geheißen, der Bauer kann nicht auskommen, wenn er nicht zehn Kreuzer erhält. Sie haben ihn erhalten und jetzt hören wir, daß sie nicht auskommen können, wenn sie nicht elf Kreuzer erhalten. Und wenn wir elf Kreuzer geben, so werden sie sagen: „ Wenn Sie uns nicht zwölf Kreuzer geben, so sind wir „ kapores ". Wir wollen einige Herren herausgreisen, nicht Nominativ, das ist nicht notwendig, sondern nur im allgemeinen. Wir haben sie im Komitee der Wilteuer Gcmeinderäte. Ter eine, der sich beim Grundspekulieren über 50. 000 fl. verdient hat, ist ein großer Förderer der Milchverteuerung, und ein anderer hat sür die Wiltener Gemeinde sogenannten Schotter, d. h. mehr Treck geliefert. Dann kommen noch andere gut situierte Leute. Frauen, die in anderen Städten gelebt, dort den Marktplatz besucht haben und sich die Preise vergegenwärtigen, die sie dort gezahlt haben, müssen sagen, baß hier den Bauern altes gut bezahlt wird. Wir können einfach sagen, daß es für die Bauern lange nicht so schlimm bestellt ist, wie für die Masse der städtischen Bevölkerung, die von Steuern förmlich erdrückt wird. Wenn wir die Steuerlast der Städter mit denen der Bauern vergleichen, so sind die Städter ungleich mehr besteuert, als die Bauern. Ein Arbeiter mit 600 Gulden Einkommen zahlt in der Stadt 100 Gulden jährliche Steuer. Es ist tatsächlich so, daß. die städtische Bevölkerung nicht weiß, wie sie leben soll. Tann sind die Bauern in der nächsten Umgebung in vieler Beziehung nicht zu bedauern / weil sie unpraktisch sind; z. B. die Völser, Mutterer und Natterer fahren separat mit ihrem Wagerl herunter mit 15, 20, 25 Liter Milch; den ganzen Tag ist die Magd auf dem Wege hin und zurück; ja, die ißt dem Bauern mehr weg, als er bei der Milch verdient. Wenn es den Bauern wirklich so schlecht geht, so sollen sie Front machen gegen die Lasten, die uns gemeinsam bedrücken. Der Bauer läßt sich alles gefallen von den großen Herren, aber der wehrlosen Arbeiterbevölkerung diktiert er elf Kreuzer Milch ^ geld und fertig. Wir aber sagen: „ Nein, wir bezahlen sie nicht ". Und wenn sie darauf bestehen, so werden wir heute ein Komitee von sieben Leuten wählen; diese werden es fertig bringen, den Milchbezug von auswärts so zu organisieren, daß wir genügend Milch haben. (Bravo.) Und sollte es in der ersten Zeit nicht möglich sein, den sofortigen Bedarf zu decken, so bitte ich, meine Frauen, geben Sie Ihren Kindern eine gute Einbrennsuppe. Es ist dies zwar ein heikles Kapitel bei den Frauen. Wir dürfen uns nicht verhehlen, daß der große Kasseegenuß für die Gesundheit der Frau und der Familie nicht zuträglich ist. Wenn wir uns vorübergehend mit etwas anderem ernähren, so werden die Bauern schon heruntergehen. Kommt zu Ihnen der Milchmann oder die Milchfrau und sagt: „ Tie Milch kostet elf Kreuzer ", so fagen Sie: „ Seppl, Kathl, Franzl, behalte Deine Milch selber! " Wenn dies jeder sagt, wenn jede Frau und jedes Fräulein als Vertrauensmännin fungiert, alle Parteien des Hauses durchwandert und allen Parteien sagt: „ Bestellt die Milch < rb ", dann werden wir in acht Tagen Bericht erstatten können, daß es den Bauern aus der Umgebung von Innsbruck angenehm ist, die Milch sür zehn Kreuzer verkaufen zu kön neu. Ich möchte Ihnen eine kurze Entschließung vorlegen. ( Verliest diese.) \ Es ist richtig, wie oft die Leute sagen: „ ein, zwei Kreuzer machen nichts aus ". Wenn jemand täglich drei Liter Milch hat, so macht es im Jahre 10 Gulden 80 Kreuzer aus. Damit kann man den Kindern ein paar feste Schuhe machen lassen. Es ist mit einem Kreuzer nicht so, tpie die Leute weiß machen. Wir haben eine Zuschrift aus den höheren Tamenkreisen, Rechnungsratswitwen, Prosessorengattinnen re. erhalten, die sich mit uns einverstanden erklärt haben. ( Bravo.) ^ Wir haben auf
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 3. November 1905, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7889-frauen-fordern-widerstand-gegen-milchpreiserhoehung-auf-elf-kreuzer-1905).
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6j2 bei Anwendung von Zoa - Puiver, worüber tausende Dankschreiben freiwillig einliefen. Zoa - Pulver kann in Kaffee, Tee, Essen oder Spirituosen gegeben werden, ohne dass der Trinker es zu wissen braucht. Ist absolut un …
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