Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
NEUE STRASSEN FÜR ALTES GELÄNDE

Vorschläge zur Verbauung und Verkehrsanbindung des nördlichen Inngeländes

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 14. April 1906 · Seite 34 · #Innregulierung
Samstag den 14. Wril 1906. Innsbrucker Nachrichten Nr. 89 / Seite § 3/ Vorschläge zur Irage der zukünftigen Jeröauung des nördlichen Inngeländes. Es sind! genügend äußere Anlässe vorhanden, um Studien zu machen, wie und auf welche Weise das nördliche obere und mittlere Gelände von Innsbruck, welches die Gemeinden Hötting, Mühlau und Arzl umfaßt, einer Verbauung zugeführt werden könnte, und wie dieses Gelände in Zukunst, vielleicht schon in dem bevorstehenden Jahrzehnt etwa aussehen dürfte. Jedenfalls erhofft jeder Bewunderer, der Einheimische wie der Fremde, für dieses reizende Alpengelände eine glückliche Lösung in dieser nicht unschwierigen Sache. Zur Zeit führen bekanntlich im wesentlichen nur vier Auffahrtswege in diese Gegenden, das sind das Kirschental, die Höttingergasse, die Fallbach und Bäckerbühelgasse und endlich der Weg von der Kettenbrücke nach Obermühlau. Der Mariahilser - Friedhofweg und der Weg westlich der Einsriedungswauer beim SLernberganwesen können nicht in Betracht gezogen werden. Jedermann wird zugeben, daß die angeführten Wege wegen des zumeist großen Gefälles, ihrer Schmalheit, sowie wegen der winkeligen Baufluchten den jetzigen Anforderungen eines geregelten Wagenverkehres keinesfalls entsprechen. Es ist also wohl für die Bobauungsfrage vor allem anderen die Ausfindigmachung von komfortablen Auffahrtsstraßen notwendig. Von der zweckmäßigen Anordnung hängt die zukünftige Ausnützung und die verkehrspolitische Zuweisung des Geländes ab. Eine weitere Frage ist die, geeignete Verbindungen der Gemeinden untereinander zu schaffen, also Straßen in einer gewissen Höhe parallel zum Gelände anzuordnen. Es ist nicht uninteressant zu konstatieren, daß auch diese Frage und eine weitere, das ist die Errichtung einer Höhenstraße, schon vor vielen Jahrzehnten einer Art Lösung in der Höttinger - Ried und Weiherburggasse, sowie in dem Steinbruchweg mit seinen vielen Abzweigungen zugesührt erscheint. Jedoch gilt auch für diese Anlagen infolge der einmal schon bestehenden ungünstigen Ausfahrten, sowie ihrer Schmalheit und Steilheit das für die derzeitigen Auffahrtswege bereits Gesagte. Diese Gründe dürsten wohl ausschlaggebend gewesen sein, daß das ganze Gebiet dem Verkehr im allgemeinen und dem Fremdenverkehr im Besonderen fast vollkommen abgeschlossen gegenüberstand. Es ist mit aller Bestimmtheit anzunehMen, daß bei Schaffung geeigneter Straßenzüge ein Aufblühen der Gemestrhen. zg gewärtigen ft & re, das heute im ganzes Umfang Wohl kaum ' zu übersehen ist. Die außerordentlich! günstige Südlage, die vorzüglichen Wasserverhältnisse, die Nähe
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. April 1906, S. 34, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/7960-vorschlaege-zur-verbauung-und-verkehrsanbindung-des-noerdlichen-1906).

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