Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
VIEHSEUCHEN-GELOEBDE IN DER KRIPPE

Festlicher Gottesdienst und Gelöbnis in Amras anlässlich eines verlobten Feiertags

In der Gemeinde Amras wurde vorgestern, als am St. Mathiastage, ein verlobter Feiertag festlich gefeiert. Die Kirche prangte im Festschmucke. Vormittags war feierlicher Gottesdienst mit festlicher Prozession. In den Händen des Ckristuskindes eines Maricn - Bildes bemerkte man 20 goldene und silberne Medaillen verstorbener Landes - Vertbcidigcr vom Jabre 1797 bis 1848. — Diese Sitte finden wir im ganzen Lande und sie zeigt, wie hoch vom Volke diese Erinnerungsjeichen geschätzt werden, indem cs dadurch, daß diese nach dem Ableben des Schützen einer Kirche gewidmet werden, den höchsten Wertb ausdrücken will. — Die Veranlassung des Gelöbnisses der obgedachten Prozession war folgende: Im Jahre 1797 raffte eine furchtbare Vieh- Seuche den Bauern über 400 Stück Vieh weg; das Klein und Borstenvieh war ausgerottet; nur 17 Stück Vieh waren noch vorhanden, wovon eines krank. In dieser Bcdrängniß machten die Gemeindemitglieder obiges Gelübde; nie mehr hat seitdem in Amras eine Seuche unter dem Vieh Verheerungen angerichtet.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 23. September 1859, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/799-festlicher-gottesdienst-und-geloebnis-in-amras-anlaesslich-eines-1859).

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