Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ZOLLNAH MIT DER FERNBAHN

Zur Frage der Einbeziehung des Außerfernbezirkes in das deutsche Zollgebiet

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 28. September 1906 · Seite 5 · #Zoll und Finanzamt
Zollanschkuß des Außerferngeßietes an das AeuIfcheKeich undIernöaijn. Der in Gar misch erscheinende „ Loisachbote " bringt folgenden, die Stimmung im dortigen Gebiete wiedergebenden Bericht: In der Fernbahn - Versammlung in Imst am 16. d. Mts. wurde u. A. auch! von Bürgermeister und Landtags - Abg. Bauer von Reutte der Satz ausgesprochen ^ es sei dahin zu trachten, daß der Außerfernbezirk aus landwirtschaftlichen Gründen in das deutsche Zollgebiet einbezogen werde. Diese Frage ist auch in unserer Gegend schon erörtert worden und zwar iM landwirt¬ Freitag den 28. Septe ' Mber 190 $ ^ schaftlichen Bezirksausschuß Garmisch in feitfäf. Sitzung vom 27. Juli d. I. Zur Beratung stanL damals ein Erlaß des K. StaatsministeriümH des Innern vom! 19., Juni 1906, die Fleischversops gung der Städte betreffend. Nun liegen aber die Verhältnisse bezüglich der FleischversorgUnA iM Bezirke Garmisch! so, daß der Bezirk baf für ihn selbst nötige Fleisch besonders während, der Fremdensaison nicht aufzubringen vermag.! Die Preise sind höher als auf dem! Münchener. Markt und gar manches schöne Stück aus betj Weilheimer Gegend, das auf dem Münchener! Schlachtviehhofe verkauft wird, wandert nM einer Münchener Spazierfahrt wieder zurüch? um in Garmisch! oder Partenkirchen seine Bestimmung zu erfüllen. Eine größere Metzgerei in Partenkirchen deckt fast ihren ganzen Bedarf an Groß - Mastvieh durch Ankauf auf dem Münchener Markte. Auch! der landwirtschaftliche Bezirksausschuß konnte sich der Anschauung nicht verschließen, daß die Erhaltung übermäßig hoher Fleischpreise nicht wünschenswert sei, besonders nicht in Rücksicht auf den Fremdenverkehr und! die dadurch bedingten zu hohen Verpflegungspreise. Man Müsse auch diese nationalökonomisch so wichtigen Verhältnisse beachten Und deck Zusammenhang aller Dinge nicht aus dem Auge verlieren. Sowohl für die Viehzucht und die Erhaltung eines den sehr rauhen klimatischen Verhältnissen des Hochgebirgstales angepaßten Viehschlages ', wie für die Beseitigung des Schlachtvieh -, besonders des KülLermangels, fei darum auf eins Einbeziehung des Rentier Bezirkes in das deutsche Zollgebiet hinzuarbeiten.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. September 1906, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8060-zur-frage-der-einbeziehung-des-ausserfernbezirkes-in-das-deutsche-1906).

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