Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
IRRENDER WIRD ZUM KLAREREN

Albin Egger plant visionäre Totentanzdarstellung anstelle geschichtlicher Schilderung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 24. Dezember 1906 · Seite 36
1906 <3E »? K ^ E » 5cX £ 3 » 5eX3 » 5EX3 » 5c > ^ C » ^ cX3 » 5cX3 » 5EX2 » 5E) ^fltnshmdtt VX # &) Ti &) ttXl <3 & i & 3 & 31) ( 35 & £ £ 5SS & 5tt & 5! & & 3 & i £ X3 & igX3S! S £) 7 guten unter ein rein architektonisches Gesetz. Damit hat die Begebenheit ihre Rolle im Bilde ausgespielt; " das bloße Jnsichbestehen ist dargestellt. In den „ Wallfahrern " haben wir reine Gedankenkunst vor uns. Wir hören, daß Albin Egger bereits einen neuen, großen, auf das Jahr 1809 bezüglichen Stoff zu gestalten begonnen hat. Aber auch dieses Bild soll kein geschichtliches Ereignis aus dem Kriegsjahr behandeln; vielmehr schwebt dem Künstler eine Art Totentanzdarstellung vor: Also nicht Geschichte, sondern Gedicht; nicht Wirklichkeit, sondern Vision. Es ist eine stolze und kühne Dahn, die Egger beschreitet. Wir folgen ihm gespannt. Nur leise klingt eine Sorge mit: nicht zu weit möge der Flug von der wirklichen Erscheinung wegführen; nicht zum Wesenlosen möge die Herrschaft des Gedankens verlocken: wohl ideal, aber nie abstrakt möge die künstlerische Gestaltung sein. mm Sonnenblumen. Märchen von Antonie Del - Pero ( Innsbruck). Warum die Sonnenblume in unserem Garten ihr Haupt immer nach der Sonne wendet, fragst du? Fa siehst du, liebes Kind, das ist eine ganze Geschichte, und die will ich dir erzählen: In der Großstadt, wo die vielen Fabriken sind, gibt es Häuser, wo die Sonne nie zum Fenster hineinsehen kann. Und dort war einmal ein Hof von hohen Häusern umschlossen, und diese Häuser sahen recht vergrämt und traurig aus. Nur ein paar armselige, gelblich blasse Topfpflanzen standen an den Fenstern, die wie halberblindete Augen verdrießlich in den feuchten Hof hinuntersahen. Von manch einem dieser trüben Fensteraugen liefen Spuren herunter über die Mckuer, diese graubleiche Wange des Hauses. Vielleicht hatten sie gar geweint. — Selbst die Kinder, die in diesem Hofe wohnten, hatten keine fröhlichen Augen und ihre Gesichtlein waren so fahl wie die Häuser. Wenn sie spielten, so spielten sie „ Bäckerladen ". Große und kleine Backsteine vertraten die Stelle der Brote. Da kamen die Kleinen, die ganz Kleinsten mit sich führend, mit geschäftiger Freude, immer und immer wieder Brot zu kaufen. Der Flickschuster, der gerade in der schmutzigsten Ecke wohnte und stets eine Branntweinflasche auf dem Tisch, aber selten ein Stück Brot in der Lade hatte, rief dann heraus: „ Ja, das könnt euch passen, den ganzen Tag Brot kaufen! " * Heute saß nur der Großvater mit dem kleinen Lieschen vor seiner Tür. „ Kommt die Sonne nun bald, Großvater? " fragte das kleine Mädchen. „ Es ist bald fünf,
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 24. Dezember 1906, S. 36, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8110-albin-egger-plant-visionaere-totentanzdarstellung-anstelle-1906).

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