Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
KEIN ENTWURF FÜR DEN GOLDENEN BRÜCKENKOPF

Besichtigung der Konkurrenzprojekte für den Umbau des alten Postgebäudes durch das Schiedsgericht

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 13. März 1908 · Seite 6
Die Entwürfe für den Umbau § des alten Postgebäudes. manne als Stellvertreter entsendete Laudesausschuß - Beisitzer Dr. Frhr. v. Sternbach An Stelle des erkrankten Mitgliedes, Oberbaurat Prof. O h mann trat Architekt Emil Breßler, k. k. Baurat, ein. Das Schiedsgericht begab sich vor allem ins' Palais Taxis, um die Räumlichkeiten, für deren Umbau die Konkurrenz ausgeschrieben war, einer genauen Besichtigung zu unterziehen. Nach Absolvierung dieser Ausgabe trat die Jury neuerlich im Landhaust zusammen und besichtigte Wie unseren Lesern bekannt ist, soll das I die. einzelnen Projekte im Hinblicke aus die Landhaus durch Einbeziehung des bisherigen, Erfüllung der Konlürrenzbedingungen. nun verlassenen Postgebäudes ( ehemals Palais ES wurde konstatiert, daß im Ganzen 18 Pro- Taxis) und durch Umbau und Erweiterung die jekte zur Konkurrenz und eines außer Wettbeses letztgenannten Objektes zu einem räumlich werb bezeichnet eingelausen sind. Die gemeingenügenden, und im Äußeren und Inneren wür same Besichtigung aller eingelaufenen Konkurdigen Heim unserer Landesvertretung und ihrer renzprojekte ergab das Resultat, daß die mit Ämter ausgestaltet werden. Wir haben uns dem Motto „ Licht und Luft ", „ Schöpft ', „ Jdus '. dann das „ neue Landhaus " als einen Gebäude - > „ Mein schönes Land Tirol ", „ Natürlich ' ", „ Der block zu denken, der nach! vorne, gegen die Maria Theresienstraße zu, fast genau dasselbe Bild bietet, wie jetzt, nur daß die beider: Barockpaläste, Landhaus und Palais Taxis, * durch einen Gang, eine Art „ Seufzerbrücke ", miteinander verbunden sind. An der Nordfront des Landhauses, gegen die Landhausstraße, wird nichts geändert; die Erweiterung wird sich der gewisse Mohr ", „ Tiroler Landtag ", „ ker uspern aä uktra ", „ Kathrein ", „ Arbeit " und „ Taxishaus " versehenen Projekte als Preisträger nicht in Frage kommen können, weil sie bei mancherlei Vorzügen dach nicht auf einer Höhe standen, welche für die ' Zuerkennung eines Preises verlang t werden mußte. Nun blieben sieben Entwürfe für die engere Hauptsache nach in der Fuggergasse durch eine Wahl, welche von den Mitgliedern des Schiedslange neue Front, die bis gegen das Gebäude der alten Handelsakademie reicht, nach außen zeigen. Die meisten Projektanten verbinden nun den kürzerer: Nord und den längeren SüdMgel durch einen Berbindungsbau in der Höhe des Endes der Landhausfront in der Landhausstraße, und betrachte:: dann den Rest des Südflügels als einen auch späterhin noch! erweiterungsfähigen Zubau. Insofern bewegen sich die Entwürfe ungehemmt durch das in der Ausschreibung gekenngerichtes einzeln ganz genau durchstudiert und begutachtet worden sind. Keines dieser Projekte wurde jedoch als dermaßen hervorragend erkannt, daß es mit dem ersten Preise hätte bedacht werden könne::. Das Schiedsgericht beschloß daher bekanntlich. einstimmig, einen ersten Preis nicht zuzuerkennen, sondern vielmehr die Summe von 2000 Kronen in der Weise zu teilen, daß dar aus zwei zweite Preise zu 1200 Kinnen und ein dritter Preis zu 800 Kronen geschaffen zeichnete Erfordernis; dort wird bloß der neue I werden. Es waren demnach vom Schiedsgerichte größere Sitzungssaal für den Landtag mit seinen zwei zweite Preise zu je 1200 Kronen und zwei Nebenräumen in folgender Art verlangt: dritte Preise zu je 800 Kronen zu vergeben. Das alte Landtagsgebäude sei in günstiger Einen der beiden zweiten Preise erhielt der Weise mit dem Palais und dem Neubau zu Architekt Hermann Lang Hamm er in Leitverbiuden, im letzteren die Fassade, der Mittel meritz ( Böhmen) für seinen Entwurf „ I n saal Mit dem Deckengemälde von Schöpf und Eile ". Das Schiedsgericht kennzeichnete diesen der südwestliche Eckraum im ersten Stockwerke Entwurf folgendermaßen: „ Das Projekt „ In so zu erhalten, wie sie bisher bestanden haben. Eile " zeichnet sich durch klare praktische Dispo- Der erwähnte Mittelsaal des alten Postgebäudes solle eine Art Wandel oder Vorhalle und zugleich einen Repräsentationsraum bilden, der natürlich nicht allzuweit vom
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. März 1908, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8341-besichtigung-der-konkurrenzprojekte-fuer-den-umbau-des-alten-1908).

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