Seite 17. Zur Restaurierung der Schwazer Pfarrkirche. Es sei mir ertaubt, in dieser wichtigen Frage, die einer der schönsten Kirchen unseres Landes betrifft, noch einmal das Wort zu ergreifen. Irr der Zuschrift des Pfarramtes von Schranz /Nr. 166 der „ I. N. ") ist wieder dorr GoLisieruug oder Barockisiernng, d. h. Umgestaltung in einem der beiden Stile die Rede. Nach den Grundsätzen der Denkmalsvflege, die heute wohl in allen Knlturstaaten Geltung haben, kann es sich nicht um ein Gotisieren oder Barockisieren, sondern nur um Erhaltung des gegenwärtigen Zustandes nach Behebung der Bauschäden Handelm Wie bei jeder Kirche, haben auch in Schwaz Generationen zur Ausschmückung beigetragen. Die Altäre erinnern an die alten Bruderschaften, die sie gestiftet, die Grabmüler mid Glasmalereien an längst dahingeschwundene Geschlechter, und die ganze Ausstattung legt Zeugnis ab für die Kunst- LäLigöeiL mrd Kunstliebe unserer Altvordern. So ist die Kirche im Lause der Jahrhunderte zu einer Kunst und Familienchronik des Ortes geworden, in der jeder, Einheimische und Fremde, lesen kann. Werden nun bei einer Restaurierung die „ Zutaten " entfernt, so ist diese wertvolle Urkunde vernichtet. Anders ist freilich die Ansicht der Puristen, deren höchstes Ideal die Stileinheit und Stilreinheit bildet. Sie wollen die Kirche wieder so Herstellen, wie sie zur Zeit ihrer Erbauung gewesen, d. h. in unserem Falle einerseits die Barockftukaturen und Fresken des Gewölbes beseitigen und die ursprünglichen Rippen wieder anbringen, andererseits die barocken Einrichtungsstücke church solche in gotischem Stile ersetzen. Das Zerstöre hätte nur dann eine Berechtigung, / nenn das Gewölbe wirtlich so schadhaft wäre, chrß es erneuert werden müßte, was aber, soweit ich unterrichtet bin, nicht der Fall ist. Eine Erneuerung der Kircheneinrichtung ist aber in ^ eder Hinsicht zu verurteilen. Einmal vom Standpunlle per Pietät gegen Stiftungen der Vorfahren, der Ehrfurcht vor dem geschichtlich Gewordenen, sodann auch von dem der Freude am. Schönen. Wer auch vom rein kirchlichen Standpunkte liegt kein Grund vor, das Barockmobiliar zu entfernen. Es ist wohl erhalten, hat hem frommen Sinne der Bevölkerung durch fast zwei Jahrhunderte genügt und wird ihr — sofern ihr nicht das Gegenteil eingeredet wird — rroch für lange genügen. Und glaubt man denn u irllich in den maßgebenden kirchlichen Kreisen, daß sich der ursprüngliche Zustand wieder Herstellen läßt? Daß unsere Maler, Bildhauer. und Handwerker imstande sind, Werke der Spätgotik zu
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. August 1908, S. 17, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8435-zur-restaurierung-der-schwazer-pfarrkirche-1908).
Serke4. Nr. W findet sich auch ein 18er Veteran, der letzte irr Unserem Dorfe, welcher unter Radetzky kämpfte und di ^ e Rede, welche der große Feldherr in Mailand vor seinen Tttuppen hielt, beständig und mit großer Freu …
J! uli auf. den 9. August Mgesetzt. (Zur Restaurierung der Schwazer farrkirche.) Aus Schwaz wird uns unterm 17. d. Mts. geschrieben: Die k. k. Be -, zirkshauptmannschaft in Schwaz hat am 12. d. Mts. an das Dekanat und St …
( „ H acken Sie halt in GottesNamen weiter! ") Das scheint uns kein besonders gnädiger Abschied sür den Herrn Dekan von Schwaz gewesen zu sein, der ihm am 4. d. M. vom Erzherzog - Thronfolger Franz Ferdinand zuteil ward. …
Kirchliche Nachrichten. (Kirchenfest in Pradl.) Gestern fand in Pradl die feierliche Benediktion der neuen Kirche statt. Unr 6 Uhr wurde in der alten Pfarrkirche unter großer Beteiligung der Ortsinsassen vom Pfarrer Vina …
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