Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ELEKTRISCHER GLOCKENKLANG MIT MACHINES

Elektrischer Glockenantrieb in der St. Jakobs-Pfarrkirche erprobt

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 22. April 1909 · Seite 4 · #Graßmayr
(Elektrischer Glockeuantrieb in der hiesigen St. Jakobs - Pfarrkirche.) Tie Firma Gebrüder Graßmayr ( Inhaber Max Greußing n. Söhne) in Feldkirch installierte rn der hiesigen St. Jakobs - Pfarrkirche einen elektrischen Glockenantrieb ( System Greußing- Sabertschnig), mit welchem gestern nachmittags ein Probeläuten stattfand, das sehr zufriedengellend ausfiel. Me Kraft zum. Antriebe der großen Glocke, welche 1840 gegossen wurde und samt dem Klöppel etwa 133 Zentner wiegt, liefert ein 6 Pferdekräfte - Wechselstrom - Motor, mit welchem ein y 2 Pferdekräste - Gleichstrom- Motor verbunden ist. Die GleichstronuMaschine betätigt die Reversierkuppelung, welche durch die r Kontaktkästen jeweilig gelöst oder geschloswird. Um die richtige, beziehungsweise wagrechte ' Schwungstellung der Glocke zu erzielen, benötigt man ungefähr 6 bis 8 Minuten. Der Klöppel wird durch 2 Magneten mittelst eines Aufhalters aus Bessemerstahl sestgehalten und S elbst. Durch ' den elektrischen Antrieb werden ie Schwingungen der Glocke gleichmäßig und kräftig gehalten. Die Glocke tönt durch diesen Mechanischen Antrieb viel reiner und voller. Zur Bedienung der Glocke waren früher 6 Mann nötig, während jetzt ein Mann das Läuter: allein und mühelos besorgen kann. Bei Strommangel können die Seile wie früher angebracht und verwendet werden. Obige Firma Montierte bereits in Feldkirch für eine 173 Zentner schwere Glocke einen solchen elektrischen Antrieb, welcher tadellos funktioniert.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. April 1909, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8559-elektrischer-glockenantrieb-in-der-st-jakobs-pfarrkirche-erprobt-1909).

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