Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
EINE BRÜCKE FÜR ALLES

Notwendigkeit der Überbrückung des Inns zwischen Innsbruck und Hötting aufgrund des starken Verkehrs

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 10. Mai 1909 · Seite 4 · #Universitätsbrücke
(Dia Überbrühung des Inns zwischen Jnnsbruck und Hötting.) Die 2lbgeordüeten Mram, Holzhammer mrd Gerrossen brachteil im Abgeordneten hause folgenden Antrag ein: „ Die Gemeinde Hötting und deren Gebiet, die Höttinger Au, nördlich von Innsbruck, und die durch diese Au führende Reichsstraße sind mit der Stadt Innsbruck nur durch eine einzige Brücke verbunden. Auf dieser Brücke verkehren 1500 bis 2000 Fuhrwerke und 30. 000 Personen täglich. Die Straße wird benutzt für; die Zufuhr von Baumaterial aus mehreren Schotter und Sandgruben, Kalköfen und Steinbrüchen nach Innsbruck, Kr die Zufuhr von Lebensrnitteln und Holz aus den Oberinntaler Gemeinden, Kr die Fäkalienabfuhr, endlich auch von seiteil des Militärs der Innsbrucker Garnison, welches aus den: Marsche zum und vom großen Exerzierplätze diese Brücke benutzen muß. Dieser Verkehr wird noch gesteigert werden infolge des Baues des Personen und Frachtenbahnhoses der Mrttenwalder Bahn, ferner dadurch, daß die vor kurzem vollendete Brücke bei Kranebitten die Gemeinden des Sellrainertales, Kematen usw. an die Arlberger Reichsstraße anschließen wird. Wenn heute schon der starke Verkehr auf diesen Straßen häufig Verkehrsstörungen und manchmal auch schwere ttnglücksfälle zur Folge hat, so werden sich diese Verhältnisse in Zukunft noch verschlimmern. Aber auch die Landeshauptstadt Innsbruck als Fremdenverkehrsstadt ersten Ranges würde durch die Erbauung dieser Brücke täglich. Hunderte Schotter -, ' Sand -, Holz und Düngerfuhrwerke aus ihrem Geschäftsviertel, der Altstadt uttb der berühmten, schönen Maria Theresienstraße durch die breite Anichstraße ablenken können. Durch dieselbe Straße könnte dann auch der rapid anwachsende Antomobilverkehir der Fremdell direkt zu beu Garagen der großen Hotels gelenkt werden. Eine Entlastung der Altstadt von bloß durchfahrenden Last uub Luxussuhcwerkerl würde dort wieder genügend Platz und Raltin schassen Kr die Boten und Landfuhlrwerke, die dort tu nächster Nähe der großen Geschäfte seit Jahrzehnten ihren natürlichen Stapel und Warenilmschlagsstandort haben. Aus diesen Gründen erscheint es dringend notwendig, daß die bestehende Verkehrslinie durch eine ileue Jnnbrücke entlastet wird.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Mai 1909, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8573-notwendigkeit-der-ueberbrueckung-des-inns-zwischen-innsbruck-und-1909).

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