Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BLUTHUNDE AUS DEM TURNVEREIN

Die Bluthunde-Kompagnie des Bozner Turnvereins im Kriegsjahre 1866

Pfarrer Wehrenfennig. Die freiwillige Bluthund - Kompagnie des Turnvereins Bozen im Kriegsjahre 1866. So lautet, wie wir den „ B. N. " entnehmen, die Aufschrift auf einer Liste von Namen der Mitglieder dieser Kompagnie, die wohl wert ist, der Vergessenheit entrissen zu werden, damit die Taten der Väter auch späteren Geschlechtern wieder einmal zum Bewußtsein gebracht werden. Aus der Geschichte des Kriegsjahres 1866 wird man sich erinnern, daß, wenn auch die Schlacht von Custozza dem österreichischen Heere einen glänzenden dollen Sieg gebracht hatte, doch durch das Einrücken italienischen Militärs ins Suganertal und durch den Einsall von Freischaren unter Garibaldi ins Ledrotal die Tiroler Landesgrenzen vom Feinde bedroht waren und es galt, die Italiener aus dem Lande zu vertreiben. Dazu wurde Ende Juli 1866 der Landsturm von Tirol aufgeboten und eine Kompagnie der Bozner Landstürmer angewiesen, unverzüglich über Eggental gegen. das Fleimstal zu marschieren, wobei es vielleicht mehr um den moralischen Eindruck auf den Feind, als um Waffentaten im eigentlichen Sinne des ' Wortes zu tun war. Aus dem Kreise der Mitglieder des Bozner Turnvereins bildete sich eine Kompagnie Landstürmer,.. dje als Elitetruppe galt und den Namen „ Bluthunde " führte, wenngleich, wie wir von vorherein bemerken wollen, dieser Name mit der Harmlosigkeit und Friedensliebe der Teilnehmer an diesem kurzen Feldzuge nicht übereinstimmte. Zu ihrem Hauptmann erwählten die Bluthunde Herrn Doktor Anton Prosanter, dem als Oberleutnant Sprachlehrer Anton Mayer und als Leutnant der Turnlehrer Anton Schiestl zur Seite standen. Als Adjutant fungierte der Oberjäger Dr. Franz v. Larcher, als Vize - Oberjäger Tr. Franz Mumelter, während für die Verproviantierung der Kompagnie die Herren Dr. Fritz und Oswald Streiter und Drechsler Fink zu sorgen hatten. Der Lithograph Johann Baptist Kiene wurde mit der Instandhaltung des Lagers betraut und Freund Ferele ( Anton Aukenthaler) rührte die Trommel zum Streite. Ferner bestand die Kompagnie aus folgenden in Bozen wohlbekannten Herren: Dr. Josef Graf Melchiori, damals Kreisgerichtsrat in Bozen, Dr. Ferdinand Ritter von Reinisch, damals Auskultant, Hermann und Karl v. Tschurtschenthaler, Ignaz und Anton Oettl, Karl Rudolph, Eduard v. Leurs, Dr. Julius Würzer, Dr. Ferdinand Hechenberger, genannt Telegraphenstange, Guido v.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 25. Juni 1910, S. 8, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8755-die-bluthunde-kompagnie-des-bozner-turnvereins-im-kriegsjahre-1866-1910).

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