Die Schlacht am Volturno. Eine Korrespondenz des I. des D. aus Neapel, 2. Oktober, bringt bereits eine ausführliche Schilderung des blutigen Treffens vom 1. Wir lassen dem neapolitanischen Korrespondenten des Pariser Blattes das Wort; er sagt: „Gestern Abends war die Stadt ( Neapel) illuminirt, um die Einnahme von Capua zu feiern. Ich will Ihnen die Einzelheiten des schönen Dramas erzählen, das sich unter meinen Augen entwickelte. Garibaldi hat in den letzten 5 Tagen Wunder der Thätigkeit gethan. So sehr er in den früheren Tagen die Rüstungen vernachlässigt hatte, so sehr beschleunigte er sie jetzt, wo die Gefahr wuchs, wo die Königlichen immer kühner wurden, wo das Uebergewicht des Civil - Elements über daö militärische mehr und mehr hervortrat, wo endlich Neapel sich bedroht sah, die Piemontesen Cialdini ' s gleich Rettern hecbeiwünschte, und wo Cialdini immer näher rückte. — Der binnen 12 Tagen so glänzend beendigte Feldzug im Kirchenstaate raubte Garibaldi alle Ruhe. Ec verstärkte die von Anfang an besetzten und genommenen Stellungen auf alle Weise, und raffte an Mannschaft, Munition und Kanonen zusammen, was ec hatte. Das ganze war aber so wenig, daß der Befehlshaber einerregelmäßigen Armee sich für verloren gehalten hätte. Garibaldi aber, der auf die magische Wirkung seiner Persönlichkeit zählte, schien dies genügend. Die Königlichen hatten ihrerseits auf dem rechten Ufer des Volturno die furchtbarsten Vertheidigungs - Anstalten getroffen. Sie befanden sich in den günstigsten Stellungen, und das feste Capua bildete das Pivot ihrer Aufstellung. Sie beherrschten den Lauf des Flusses, den sie von Capua aus überschreiten konnten, wo der Volturno ein einfacher Graben ist, denn Capua liegt auf dem linken Ufer. Von San Elemente bis Cajazzo war das rechte Ufer mit geschickt maökirten Kononen gespickt; es wimmelte von wohlangelegten Redouten, Barrikaden und Verhauen. Die ganze Campagna auf dem rechten Ufer war eine große Wolfsgrube. Außerdem waren 20,000 Königliche, lauter auserwählte, von Versprechungen, Hoffnungen und Royalismus berauschte Truppen in einer gedeckten Stellung wohl verschanzt. Die Operations - Basis der Garibaldianer befand sich in Maddaloni. Ihr linker Flügel verlängerte sich von Santa Maria nach Aversa, bei letzterem Orte von einem die Campagna durchschneidenden tiefen Kanäle gedeckt; dort stand der Major Corte mit den Freiwilligen der Basilicata. Das wohlbefestigte und durch Redouten geschützte Santa Maria war von General Milwitz, von der sicilischen Brigade La Masa ' s. welche
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 13. Oktober 1860, S. 9, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/890-schilderung-der-blutigen-schlacht-am-volturno-durch-1860).
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