Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
MOOR UND EINST SEEN

Vom Viller und Lanser See – Sage und Wahrheit über ehemalige Seen im Innsbrucker Mittelgebirge

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 15. September 1911 · Seite 2 · #Seen
Allfälliges. Nachdruck verboten.) Der ehemalige Viller und der Lanser - See. Bon T ' r. Hugo T s chu r t ' s ch e n t h a l er in Innsbruck. Von Vill, einem Torfe des Innsbrucker Mittelgebirges, führt ein Feldweg über die sogenannten Bachgang - Wiesen gegen Osten; wenn wir diesem Wege folgen, so breitet sich nach kurzer Wanderung vor unseren Augen eine griine, beiläufig 13 Hektar große Fläche aus, deren Einförmigkeit nur selten ein zwerghafter, windzerzauster Baum oder niedriges Gestrüpp unterbricht. Der unter dem Tritt zitternde und schwankende Boden verrät, falls dies nicht schon dicht wachsendes Schilf, Sumpfgräser und Schachtelhalme tun würden, daß wir uns auf moorigem, verfilzten Terrain, auf ehemaligem See grunde befinden; dieses „ Moos " wird noch heute im Bolksmunde Viller See genannt. Etwas weiter östlich vom Biller Moose liegt der kleine Lauser See, der seine goüne Flut luMg im Willde kräuselt. Keine Urkunde gibt Nachricht, wann die Mmme des Viller und Läufer Sees angelegt worden oder auf wessen Geheiß dies geschehen; verschollen und vergessen sind die Namen der Erbauer — jedenfalls reichen aber diese Attlagen zum mindesten ins frühe Mittelalter zurüch Die Sage erzählt ^ daß vor uralten Zeiten über diese Gegend ein mächtiges, kriegerisches Geschlecht geboten, das sich nur von Wild und Fischen nährte, hingegen die Kornfrucht verachtete; dieses Geschlecht habe die Bauern in drückender Knechtschaft gehalten und letztere hätten in harter Frohne die vielen Weiher unb Teiche, welche sich hier herum befanden, gegraben und die Kämme aufgeschüttettt) Wohl dem größten Teile unserer heimischen Sagen liegt ein wahrer Kern zu Grunde; doch ist es meist unmöglich, die Grenze zu finden, wo die Wahrheit endigt und die Dichtung beginnt. So auch hier, ob die Errichtung dieser Dämme den alten Bajuwaren, Breonen odergar noch altern Bolksstämmen, die einst da gehaust, zuzuschreiben sei, wollen wir unerörteft lassen und uns lieber ans Tatsächliche halten. In die zweite Hälfte des 13. und in das erste Drittel des 14. Jahrhunderts fiel die erste Blütezeit des Prämonstratenser Chor- Herren - Stistes zu Wilten und zwar in die Regierungszeit der Mte Witmar ( zirka 1265 bis zirka 1288), Konrad ( zirka 1289 bis 1302) und Wernher ( 1303 bis 1331)?) M Mitgeteilt vom alten Peter Stöckl vulgo Kassen Peter, welcher derzeit noch in Lans lebt. 2) Siehe Zacher „ Das
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 15. September 1911, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8934-vom-viller-und-lanser-see-sage-und-wahrheit-ueber-ehemalige-seen-im-1911).

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KALB GEHT MIT 57 KILO AN DIE ZUKUNFT

Außergewöhnlich schweres Kalb von 57 Kilogramm in Hölting geboren, starb jedoch kurz nach der Geburt

Innsbrucker Nachrichten · 28. Jänner 1911 · S. 5 · Flüsse, Wetter & Naturgewalten

(Ein Kalb mit 57 Kilogramm.) Aus Hölting tvird uns berichtet: In der Nacht von Sonntag aus Montag brachte im Stalle des Ökonomen Jiosef Ne u h a u f e r, vulgo Glaserbauer, eine Kuh ein ausnahmsweis großes Kalb zur Welt, …

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