Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
DENKMAL FÜR JAHRE NEUN MUSS UMZIEHEN

Versetzung des Anno Neun-Denkmales bei Kirchenvergrößerung in Wörgl in Betracht gezogen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 20. Februar 1912 · Seite 4 · #Denkmale – Gemeinden
(Das Anno N e u n - D e n k m a l in Wörgl.) Wie wir von bestunterrichteter Seite hören, geht der Markt Wörgl, welcher nach der im vergangenen Jahre vollzogenen Vereinigung der beiden Fraktionen Wörgl - Rattenberg und Wörgl - Kufstein nunmehr politisch zu einer Großgemeinde geworden ist, daran, eine Vergrößerung seiner hübschen Pfarrkirche vorzunehmen, welche speziell durch die Verlängerung und Erweiterung des Presbyteriums erzielt werden soll. Kommt dieser Plan zur Ausführung, so hat er die Versetzung des Denkmales, welches Wörgl in wahrhaft patriotischem Geiste und in munifizenter Weise den auf seinen Feldern im Jahre 1809 gefallenen österreichischen und bayerischen Kämpfern gesetzt hat, zur notwendigen Folge. Damit nun dieses groß und kühn angelegte Werk Christian Plattners, die bedeutendste und edelste aller Monumentalschöpsuugen für das Jahr Neun, nicht leide und seinem Schöpfer und seinen Gründern auch in Zukunft den Namen Hochhalte, möchten wir das ehemalige Komitee und beit Marktmagistrat in ihrem eigenen und im Interesse des Kunstwerkes bitten, demselben den gleichguten Standpunkt anzuweisen, den es bisher innehatte. Als solcher konunt nun einzig und allein der Platz an der Stirnseite der Kirche in Frage, und von diesem wiederum der Zwickel zwischen der südlichen Ecke derselben und dem Gemeindehaus in erster Linie, und das schon darum, weil hier das Denkmal wiedermn jene Beleuchtung in allen seinen Teilen erhält, welche bei der Schöpfung desselben vom Künstler zum Ausgangspunkt genommen wuvde und gemäß dem Aufträge für ihn maßgebend war. Durch einen solchen Akt der Pietät ehrt Wörgl nicht nur den Schöpfer desselben, sondern auch, und zwar in erster Linie, sich selbst, seinen freien, stolzen und vorwärts strebenden Vürgersinn.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 20. Februar 1912, S. 4, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/8999-versetzung-des-anno-neun-denkmales-bei-kirchenvergroesserung-in-1912).

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