Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
BÜCHSE VON HOFER – IM WASSER GESTÜRZT

Andreas Hofers Büchse als Andenken an den tapferen Jäger Schorkopf

Korps zusammen. (Andreas Hofers Büchse.) Im „ Hanuburger Fremdenblatt " Nr. 125 lesen wir folgende Korrespondenz aus Kellinghusen: Nach einem im Original vorliegenden Schreiben des General - Kommandos der schleswig holsteinischen Armee von 1848, 1851, datiert Hauptquartier Rendsburg, 20. Jänner 1851, wurde die dem General - Kommando als ein Geschenk für einen als besonders guten Schützen und tapferen Soldaten bewährten Jäger zur Verfügung gestellte, von Andreas Hofer geführte Büchse dem Jäger Adolf S > ch o r k o p f vom 4. Jägerkorps zuerkannt. Schorkopf war als Student der Medizin begeistert in das Freischützen - Jägerkorps eingetreten; er bewies bei jeder Gelegenheit und besonders bei Friedericia seinen Mut und sein Schützentalent. ' Am 6. Juli stand er ttt einer Luke int Exerzierhause und schoß auf die heranziehenden Dänen, wobei seine Kameraden ihm stets eine neue geladene Büchse darreichten. Als aber der Anstnrnt zu stark wurde, flohen die Kameraden. Schorkopf wollte noch einige Feinde unschädlich machen, erhielt aber einen Schuß ins Bein und fiel hin. Seine Büchse warf er ins nahe Wasser. Zunächst ölieb er ohne Hilfe lieget:. Dann versuchte man, ihn auf zwei Gewehren wegzutragen. Als er das nicht aushalten konnte, legte nran ihn auf einen Wagen voll toter Krieger. Er sang auf seinem Sitz das Lied: „Schleswig - Holstein, stammverwandt ". Turch sein Singen erwachte ein unter die Tötet: geratetter Verwundeter und rief: „ Minsch, du drücks mi ja dot! " So wurde der Ärmste gerettet. Schorkopf kam dann als Gefangener auf ein dänisches Schiff und verbrachte dort und später im Hospital seine Zeit mit Lesen bei Grütze und Bier, bis er Ende August mit den Kameraden in die Heimat ausgeliefert tvurde. Nach dem Kriege war er Bahnhofsbeamter in Wrist. Die Büchse Hofers war ihn: ein teures Andenken an die große Zeit. Er starb in: Jahre 1858 und ruht auf dem Kirchhofe in Stellan. Tie Büchse ist jetzt im Besitz seiner Witwe, Bahnhofswirtin Schorkopf in Kellinghusen, die zur Vorzeigung der Büchse und des Schreibens des General - Kommandos gern bereit ist..
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 10. Juni 1912, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9049-andreas-hofers-buechse-als-andenken-an-den-tapferen-jaeger-schorkopf-1912).

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