Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
GEMÜSEPREISE OHNE GRENZEN

Zur Preisentwicklung von Gemüse in Österreich und Innsbruck

Joachim. Die Gemüse - Teuerung von Innsbruck. Von Gemeinderat Ing. Heinrich Suske. müsepreishöhe richtig einteilen zu können, habe ich den Preis ermittelt, den die Summe von je X Kilogramm aller 14 Gemüsearten der Tabelle ausmacht. Dort aber, wo die Preise fehlen, habe ich den Preis von Innsbruck als Vergleichsbasis angenommen. Tabelle über Gemüsepreise in Österreich. Nach amtlichen Ausschreibungen der Marktkommissariate in der ersten Hälfte Juli 1912. Alle jene, die gerne Fleisch essen, werden stets mit Befriedigung die Vegetarier - Bestrebungen verfolgt haben. Je größer die Zahl derer ist, die überhaupt kein Fleisch essen wollen, desto mehr bleibt für die anderen übrig. Wenn aber direkt eine Fleischnot eintritt, wie vergangenes Jahr, dann müssen eben auch jene breiten Massen, die keine Vereinsvegetarier sind, sich mehr an Gemüse satt essen, weil die Mittel bei hohen Fleischpreisen fehlen. Eine derartige Anpassungsfähigkeit ist weit besser und wirksamer als die Einfuhr gefrorenen Fleisches. Die Anpassungsfähigkeit setzt aber die Artpassungsmöglichkeit voraus, das heißt, es muß der Bevölkerung die Möglichkeit geboten sein, statt teuerem Fleisch billigeres Gemüse zu essen. Und da ist schon oft ausgefallen, daß man in Innsbruck so wenig von Vegetarierbestrebungen hört. Das hiesige Marktkommissariat hat irr bereitwilligster Weise eine große Rundfrage über Gemüsepreise in Österreich und einigen Orten des Deutschen Reiches veranstaltet und sei hiemit eine Zusammenstellung des größten Teiles der erhaltenen Antworten in einer Tabelle zusammengefaßt der Öffentlichkeit übermittelt. Es sei dabei bemerkt, daß die Preise für die erste Hälfte Juli 1912 von den Marktkommissären der betreffenden Orte nach 1 Kilogramm Gewicht der Ware ermittelt wurden. Vielfach wurde die Stückzahl in Gewicht umgerechnet, weil leider in Österreich das. Gemüse sehr wenig nach Gewicht verkauft wird was eine richtige Vergleichsbasis sehr erschwert. Dort, wo eine richtige Umrechnung auf 1 Kilogramm nicht möglich war oder die betreffenden Daten überhaupt fehlten, ist auch, in der Tabelle nichts eingetragen. Um nun die Orte nach ihrerGe- Preise in Hellern für das Kilogramm.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 14. August 1912, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9074-zur-preisentwicklung-von-gemuese-in-oesterreich-und-innsbruck-1912).

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