Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
ORDENSGESCHICHTE MIT 740 SEITEN

Neues Werk über die Geschichte der tirolischen Kapuzinerprovin von 1593 bis 1893 im Erscheinen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 21. Dezember 1912 · Seite 20 · #Kapuziner
(Geschichte der tirolischen Kr puzinerordensprovin z 1593 bis 1893.) Unter diesem Titel ist im Verlage der Wagnerischen k. k. Univ ' ersiLätsbuchhandlung ein interessantes Werk im Erscheinen begriffen, dessen 1. Band seit kurzem bereits v ' orliegt. Tie Bearbeitung des umfangreichen Materials besorgte?. Agapit Hohenegger, weiland Provinzchronist, die Herausgabe in P. B. Zirler aus demselben Orden / Der 1. Band umfaßt 740 Seiten, groß Oktav und kostet K 12. 50. Abgesehen von seiner Bedeutung für die Geschichte des Ordens selbst, liefert das Werk auch viele wertvolle Beitrüge zur Zeit und OrLsgeschichte unseres Vaterlandes, die ihm auch die Beachtung weiterer Kreise sichern. Es sei nur auf einige Kapitel des Buches hingewiesen, um den Zusammenhang mit der vaterländischien Geschichte hervvrzuheben. Z. B. Nächste Veranlassung zur Einführung der Kapuziner in Deutsche - Tirol. Gründung und Erbauung der ersten Klöster: Innsbruck, Salzburg, Bozen, welche alle drei noch dem 16. Jahrhundert angehören, während die andern dann der Reihe nach im 17.. Jahrhundert entstanden sind. Wohltätigkeit der Tivolischen Landesfürsten, andere hervorragende Guttäter, Dienstleistungen zur Zeit der Post und andern Epidemien. Tie Hungerjahre 1622 und 1623; seelsorgliche Tätigkeit der Provinz auf der Kanzel, im Beichtstuhl, durch Fastenmissionen. Tie Kapuziner zur Zeit der Schwedeneinsälle. Neue Missionen außer Tirol usw. Interessant sür jeden ist jedenfalls auch die Gründung des Klosters in Klausen durch die spanische Königin Maria Anna; die dortige Lorettokapelle und der Sakristeischatz. Hervorragende Männer sehen wir im Verlauf dieser Jahrhunderte in den Orden eintreten und Großes leisten. Wir erinnern da nur an Herzog Alfons III. von Este, an die zahlreichen Sprößlinge von adeligen Häusern sowie an ausgezeichnete Männer aus verschiedenen tirolischen Familien. Tie jedesmaligen Verhandlungen der Provinzobern mit den Vertretungen der Städte und Gemeinden bei Uebernahme der betreffenden Klöster bieten allemal ein lebendes Bild, der damaligen braven und gläubigen Bevölkerung, der Energie, mit welcher einflußreiche Personen ihre ganze Kraft einfttzen zum endlichen Gelingen. Über alle hervorragen die Habsburger ( Kaiser Ferdinand II., Erzh. Ferdinand III. und dessen Gemahlin Anna Katharina und noch andere).
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 21. Dezember 1912, S. 20, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9168-neues-werk-ueber-die-geschichte-der-tirolischen-kapuzinerprovin-von-1912).

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