Diese Zeilen aber sollen von cher Gegenwart erzählen, von den: Löben, das $n diesem toten Mauerwerke aufs neue erblühte, das nunmehr kunstverständige Hände zu ciner Sehenswürdigkeit ausgestatteten. Zuerst gab die nunmehrige kunstsinnige Besitzerin, Fräulein Ottilie Röck, dem Schloß und seiner schönen Umgebung ein neues Gewand, Wie ein Zaubergarten aus einem Märchenreich mutet heute das Kleid uns an, das sie dem Ganzen gab. Im Teiche unter der alten Schloßlinde ziehen Schwäne still ihre Wege, und ein heller Verputz an den Außenwänden des Schlosses und seiner Vorbauten, treu das Altehrwürdige wahrend, gibt dem Gesamtbilde einen eigenen Reiz. Dann gings in das Innere und hier schufen bis heute Architekt Regierungsrat Deininger aus Innsbruck, sowie Kunstmaler Raphael Thaler aus Innsbruck in schaffensfroher Arbeit ein nordisches Tuskulum. Vollendet sind bis heute in ihrer künülerischen Ausgestaltung zunächst das Wollensteiner- Zimmer im Osttrakte des Schlosses und daran anschließend das Jagdzimmer. Ersteres erhielt dem vortrefflich erhaltenen malerischen Wandschmucke entsprechend eine Eichentäfelung im gotischen Stile des 15. Jahrhunderts. Die Malerei oberhalb der Täfelung stammt aus dem Jahre 1500 und zeigt in schön verschlungenen Arabesken innerhalb von Rundreisen die Familienwappen der Wolkensteiner ihrer Erbfolge nach. Biel Müh?, mach. e dem Maler die Ausfindigmachung und originalgetreue Restaurierung der teilweise gäir* lich verblaßten Wappen. Das anschließende Jagdzimmer ist ebenfalls getäfelt und der Wandfries zeigt in reichster Arabeslenzier verschiedene Jagdtiere und mythoosische Figuren. Beide Zimmer haben prachtvolle hö zerne Plafonddecken, die dem Zahne der Z i. trefflich widerstanden. In dem neuaufgebauten Nordosttrakte f n den wir die Verwirklichung der Eindrücke einer Nordlandssahrt in den Gedankenkreis der jungen Besitzerin. Regierungsral Deininger und Maler Thaler gaben ihren Intentionen Fo ra und Leben, sie zauberlen ihr im Stile nordischer Malkunst des 8. Jahrhunderts die germanischen Göttersagen in dreizehn Rnndgemätden in einer 90 2 Raum fassenden Halte an die Wände und schufen so eine germanische Halle. Wir sehen Baldur, den Gott des Lichtes, zur Walhalla jagende Walküren, auf mit Stcinböcken bespanntem Wagen den hammerschleudernden Tor, die Frühlings - Sonnenwende, Odin mit seinen Begleitern dem Raben und Wolf, einen reizend gemalten Elfenreigen, die Nornen, alle Gemälde und die sie umgebende stilvolle, farbensatte Ornamentik in, sein uuarzierter Tempera - Malerei. Von einen: Erkerfenster sieht der Besucher hinein ins schöne Jseltal auf üppiggrüne Matten und dunkle Wälder.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 28. Juli 1913, S. 1, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9413-neue-pracht-am-schloss-raeume-im-nordischen-stil-durch-deininger-1913).
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(Die althistorische Otto bürg), die im Besitze der HampUschen Erben ist, wird wieder einmal von Käufern umworben. Es dürfte diesmal auch wirklich zu einem Kaufabschlüsse kommejn, und zwar Mitte der nächsten Woche. Als ei …
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