Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HISTORISCHER RÜCKBLICK AUF 1861 Apr. 20. bis Okt. · FISCHNALER-CHRONIK

Ablehnung Majestätsgesuch Rückgabe Ambraser Sammlung

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 22. Oktober 1921 · Seite 2 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #3755 (Buchseite 202, 1861 Apr. 20. bis Okt., Nachweis: 61 793; 19 63; 21 242): „Die Regierung lehnt ein von der Tiroler Landschaft eingebrachtes Majestätsgesuch wegen Rückgabe der Ambraser Sammlung mit hohlen Worten ab, auf Grund der Erklärung des damaligen Ministerpräsidenten Erzh. Rainer, daß dieselbe nicht dem Lande, sondern dem jeweiligen Landesfürsten gehöre und „bedenkliche Exemplificationen mit andern Ländern“ hiedurch veranlaßt werden könnten.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 202: „Die Regierung lehnt ein von der Tiroler Landschaft eingebrachtes Majestätsgesuch wegen Rückgabe der Ambraser Sammlung mit hohlen Worten ab, auf Grund der Erklärung des damaligen Ministerpräsidenten Erzh. Rainer, daß dieselbe nicht dem Lande, sondern dem jeweiligen Landesfürsten gehöre und „bedenkliche Exemplificationen mit andern Ländern“ hiedurch veranlaßt werden könnten.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (22. Oktober 1921, S. 2): Der Kaiser sandte am 7. Juli 1861 den Vortrag des Erzherzog- Statthalters dem damaligen Ministerpräsidenten Erzherzog Rainer. Dieser legte dem Kaiser am 17. Oktober 1861 ( Kab.-Zl. 3339/1861, 378/1861 M.-Prüs. ) sein Gutachten vor, indem er einleitend darauf verwies, daß die hauptsäckilichste Bitte des Tiroler Landtages dahin gehe, die eingestellte Baudotation wieder flüssig zu machen, um die Lwaptierungs-Arbeitsn im Schlosse Ambras wieder aufzunshmen. Mit kaiserlicher Entschließung vom 3. Oktober 1858 war nämlich ein Extraordinarium von Fl. 200. 000 Conv.-M. bewilligt worden. Der Bau wurde auch tatsächlich begonnen, jedoch infolge des italienischen Feldzuges durch kaiserliche Entschließung vom 25. Juni 1859 wieder sistiert. Solange der Bau njcht vollendet sei — meint Erzherzog Rainer — könne aber an eine Ueberbringung der Sammlungen nach Ambras nicht gedacht werden. Bei der gegenwärtigen Finanzlage und olitischen Konstellation ( 1861 ) sei der Zeitpunkt für die Fortsetzung es Baues nicht vorhanden, geschweige denn für die Uebertragung der Sammlung in das exponierte Tirol.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. Oktober 1921, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9446-ablehnung-majestaetsgesuch-rueckgabe-ambraser-sammlung-1921).

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