Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FISCHNALER-CHRONIK · 1922 JUNI 26.

Protestkundgebung gegen Kriegsschuldlüge in Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 30. Juni 1922 · Seite 2 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #2498 (Buchseite 128, 1922 Juni 26.): „Aufruf des Landeshauptmannes zu einem Protest gegen die Kriegsschuldlüge und das Friedensdiktat von Versailles gegen Deutschland am 3. Jahrestage der Unterzeichnung des Vertrages von St. Germain. Protestkundgebung von Vereinen mit schwarz umflortem Banner und Ansprache des Prof. Dr. Hermann v. Schullern in der Maria Theresienstraße.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 128: „Aufruf des Landeshauptmannes zu einem Protest gegen die Kriegsschuldlüge und das Friedensdiktat von Versailles gegen Deutschland am 3. Jahrestage der Unterzeichnung des Vertrages von St. Germain. Protestkundgebung von Vereinen mit schwarz umflortem Banner und Ansprache des Prof. Dr. Hermann v. Schullern in der Maria Theresienstraße.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (30. Juni 1922, S. 2): Ans der Menge ragten Tafeln hervor, auf denen die grausame Zerreißung des Deutschen Reiches und unseres Heimatlandes veranschaulicht war. Andere Tafeln enthielten flammende Protestkundgebungen gegen ^ den Schmachfrieden und das Ententediktat. Nach Absingen des Liedes „ Wenn alle untreu werden" hielt Hofrat Dr. Hermann von S ch » l l e r n vom Balkon des Rathauses nachstehende Rede: „Der traurigste Schicksalsschlag, der das deutsche Volk in seiner zrvettausendjährigen Geschichte getroffen hat, ist heute vor drei Jahren zu Versailles gegen unsere StannneSbrüder im Reiche und damit aruh gegen uns geführt worden, da eine Vereinigung mächtiger, von Hatz und Rachedurst erfüllter Feinde unsere Vertreter zwang, ein Diktat zu unterschreiben, das die äußere Form eines Friedensvertrages aufrvies, tatsächlich aber das! Todesurteil für Selbständigkeit, Ehre und wirtschaftliche und soziale Blüte der Deutschen war, ein Diktat, dessen kalte Grausamkeit und kurzsichtige Gefährlichkeit nicht mtr uns, nicht nur jeden denkenden Deutschen, sondern auch zahlreiche, den neutralen und feindlichen Staaten angehörende Männer schon damals im Innersten erschauern machte. Der sogenmmte Friede von St.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 30. Juni 1922, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9461-protestkundgebung-gegen-kriegsschuldluege-in-innsbruck-1922).

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