Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HISTORISCHER RÜCKBLICK AUF 1731 Apr. u. f. · FISCHNALER-CHRONIK

Innere Umgestaltung der Hofkirche Innsbruck

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 27. Juli 1929 · Seite 2 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #3085 (Buchseite 164, 1731 Apr. u. f., Nachweis: 23 67; 29 171. Joh. Menardi, H. Hörtnagl.): „Die Hofkammer genehmigt, zum Teil widerstrebend, einen Plan des Hofbaumeisters Georg Ant. Gumpp zu einer weitgehenden „gründlichen Säuberung“ oder besser, den heutigen Charakter der Hofkirche bedingenden inneren Umgestaltung; durch sie wird das „obere von den beiden rückwärtigen Oratorien wegen Baufälligkeit abgetragen“, der ins Presbyterium hineinreichende „Fürstenchor auf die Hälfte verschmälert“, aber der Blick auf den Hochaltar dadurch freier; die beiden „Abschlußmäuerlein“ beim Chor werden durch ein eisernes mit Vergoldung durch Adrian Kapeller ersezt. Aus dem Schiff verschwindet das „nußholzene Chorgestühl“ der Seitenwände; diese werden durch „imitierte Wandpilaster“ gegliedert, die ihrerseits wieder harmonischen Anschluß an die Marmorkapitale der Säulen suchen. Die Gewölberippen daselbst erscheinen mit Laubwerk behängt, die Zwickel durch Kartons und Kartuschen im neuen Zeitgeschmacke ausgefüllt. Der Maler „Ignaz Mildorfer“ erhält für sein Modell zur Erneuerung des Zierportals beim Hochaltar drei Dukaten bezahlt. Der an der Nordseite des Max-Grabmals errichtete Paschalis-Altar wird in der Sakristei aufgestellt und äußerlich 1732 das Kupferdach des Kirchenportals und das Gemäl' daselbst erneuert.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 164: „Die Hofkammer genehmigt, zum Teil widerstrebend, einen Plan des Hofbaumeisters Georg Ant. Gumpp zu einer weitgehenden „gründlichen Säuberung“ oder besser, den heutigen Charakter der Hofkirche bedingenden inneren Umgestaltung; durch sie wird das „obere von den beiden rückwärtigen Oratorien wegen Baufälligkeit abgetragen“, der ins Presbyterium hineinreichende „Fürstenchor auf die Hälfte verschmälert“, aber der Blick auf den Hochaltar dadurch freier; die beiden „Abschlußmäuerlein“ beim Chor werden durch ein eisernes mit Vergoldung durch Adrian Kapeller ersezt. Aus dem Schiff verschwindet das „nußholzene Chorgestühl“ der Seitenwände; diese werden durch „imitierte Wandpilaster“ gegliedert, die ihrerseits wieder harmonischen Anschluß an die Marmorkapitale der Säulen suchen. Die Gewölberippen daselbst erscheinen mit Laubwerk behängt, die Zwickel durch Kartons und Kartuschen im neuen Zeitgeschmacke ausgefüllt. Der Maler „Ignaz Mildorfer“ erhält für sein Modell zur Erneuerung des Zierportals beim Hochaltar drei Dukaten bezahlt. Der an der Nordseite des Max-Grabmals errichtete Paschalis-Altar wird in der Sakristei aufgestellt und äußerlich 1732 das Kupferdach des Kirchenportals und das Gemäl' daselbst erneuert.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (27. Juli 1929, S. 2): Mst dieser „ gründlichen Säuberung ", wie sie das Copialbuch des Jahres 1731 ( Innsbrucker Regierungs- archiv ) nennt, wollen wir uns näher beschäftigen. Mit der: Durchführungsarbeitcn zu dieser Säuberung der Hoskirche beauftragte die Kammer ihren Hofbanmeister Georg Anton Gumpp, den Erbauer des Landhauses. Im Laufe der Umgestaltung ergaben sich damt ernste Reibereien zwischen dem Baumeister und der Behörde, der Berkehr wurde nur schriftlich geführt und 5er Ton verrät die zögernde Kammer und den temperamentvollen Baumeister, der in seinem ungestümen Drängen die Herren der Regierung wiederholt vor vollendete Tatsachen stellt und sie zwingt, seine Arbeiten nachträglich an zu erkennen. Die Umäuderuugen, die Gumpp tu der Kirche vor- ruchm, waren wirklich nicht gering. Erft ließ er von derr Die „ A.-Z. ", die über diese sozialen Konflikte berichtet, meint dazu in dem Sinne Stellung nehmen zu müssen, daß sic die bolschewistischen Arbeitsexperimente als „ Erziehungsaufgabe des Sozialismus " bezeichnet und danttr gewissermaßen, rechtfertigt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 27. Juli 1929, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9471-innere-umgestaltung-der-hofkirche-innsbruck-1929).

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