795 wo diese wären, da hieß es. sie seien voraus gegangen. Auf meine weitere Frage, wie daS komme, hieß es, sie seien durch die Sill gewaten und dann fortgegangen. Wie ich dieß hörte, ließ ich meinem gerechten Unwillen über das unvernünftige Gebühren bei dieser Jahreszeit und noch dazu über ein so unsicheres Wasser zu gehen, freien Lauf, und stellte den Schülern vor, was da für ein Unglück hatte entstehen können, und führte sogar einige Beispiele an. Nachdem mir vielleicht bei 15 Schüler bestätiget haben, daß sie die fehlenden alle zusammen fortgehen gesehen haben, beruhigte ich mich, und dachte, da wir Anfangs bestimmt hatten, beim Stindlwirth einzukehren, seien sie vorausgegangen, um gleichzeitig die naß gewordenen Kleider zu trocknen. Nach Aufenthalt von eirea einer Stunde, wurde wieder aufgebrochen und wohlgemuth nach Hause gewandert. Den großen Schülern erlaubte ich beim Stindl nochmals einzukehren. mit den kleinen ging ich rückwärts herunter nach Hause. Ungefähr wo der Bahnhof beginnt, ist mit einenmale einer der vorausgegangenen Schüler neben mir. Mein erstes war, ihm eine tüchtige Strafcede über sein unvorsichtiges und unvernünftiges Benehmen zu halten, doch ec unterbrach mich und ersuchte mich zurück zu bleiben, worauf er mir zu meinem Entsetzen erzählte, daß sie. um bei dem Spiele den Feind zu überlisten, da die Sill ganz seicht war, auf den Gedanken verfielen, hinüber zu waten, daß sie alle gut hinüber gekommen, bis auf den letzten, der gefallen, habe sich dann wieder erhoben, sei aber wieder gefallen und wie er glaube schwimmend fortgeronnen. Auf meine Fragen, warum sie nicht gleich Lärm gemacht oder zu mir gekommen seien, oder warum er mir erst jetzt diese Mittheilung mache, sagte er, sie seien den Verunglückten suchen gegangen, haben ihn aber nicht finden können. — Dies der wahrhafte Thatbestand sowohl zu meiner Rechtfertigung als Widerlegung der böswillig ausgestceuten Gerüchte, deren Urheber Gefertigter bereits kennt und betreffenden Ortes finden wird. Die Aussage der Schüler im Gäcbache, daß sie alle Fehlenden voraus gehen sahen, mag daher kommen, daß der verunglückte M. kein Gymnasialschüler war, somit von wenigen gekannt, auch nicht von denselben vermißt wurde.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 22. April 1861, S. 7, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/954-ertrunkenes-gymnasialkind-bei-waten-ueber-die-sill-vorausgegangene-1861).
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