Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
FISCHNALER-CHRONIK · 1914 AUG. 8.

Untergrabung der Autorität durch Falschmeldungen

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 8. August 1914 · Seite 6 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #1721 (Buchseite 96, 1914 Aug. 8.): „Das Korpskommando fühlt sich mit Rücksicht auf die durch die Stadt schwirrenden, oft unsinnigen Gerüchte veranlaßt, zu erklären, daß Verheimlichung militärischer Vorfälle auf den Kriegsschaupläßen nicht stattfinde!! Die ungläubig aufgenommene Botschaft, die durch später offenbar gewordene Beruschungen und Verfälschungen des Kriegspresse-Büros ihre verderbliche Illustration erhielt, hat der Zweifelsucht Tür und Tor geöffnet und im Laufe der Kriegsjahre die behördliche Autorität tief untergraben.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 96: „Das Korpskommando fühlt sich mit Rücksicht auf die durch die Stadt schwirrenden, oft unsinnigen Gerüchte veranlaßt, zu erklären, daß Verheimlichung militärischer Vorfälle auf den Kriegsschaupläßen nicht stattfinde!! Die ungläubig aufgenommene Botschaft, die durch später offenbar gewordene Beruschungen und Verfälschungen des Kriegspresse-Büros ihre verderbliche Illustration erhielt, hat der Zweifelsucht Tür und Tor geöffnet und im Laufe der Kriegsjahre die behördliche Autorität tief untergraben.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (8. August 1914, S. 6): Eckert und Frau General Holzer tragen. Lin Kulm? des Korps* Koitrniäitdos. In letzter Zeit laufen bei den Militärbehörden öfters Briest ein, die der Vermutung Ausdruck geben, daß die militärischen Stellen Vorgänge auf dem serbischen Kriegsschauplätze verheimlichen, weil sie angeblich Mißerfolge unserer Truppen sind. Gegenüber diesen Vermutungen stellt das Korpskommando fest, daß große Operationen mit ganzer Kraft geführt werden müssen; hiezu ist aber notwendig, daß die Truppen in Ruhe bereitgestellt werden, was natürlich bei großen Massen einige Zeit erfordert. Die militärische Behörde wird jederzeit das Publikum über alle Ereignisse aus dem Kriegsschauplatz orientieren, was jedoch nur dann erfolgen kann, wenn wirkliche Tatsachen zu verzeichnen sind. Die Ungeduld des Publikums bringt es mit sich, daß trotz aller Warnungen doch immer wieder die absurdesten Nachrichten geglaubt werden, wenn sie nur etwas Neues bringen. So ist zum Beispiel die Nachricht verbreitet, daß Brunnen vergiftet werden, und daß unsere Gegner mit vergifteten Geschossen kämpfen. Diese Nachrichten sind vollständig aus der Luft gegriffen. Die Pflicht aller Gutgesinnten, und dies sind ja die Tiroler, ist es, die Verbreitung derartiger Nachrichten nicht zu dulden.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 8. August 1914, S. 6, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/9860-untergrabung-der-autoritaet-durch-falschmeldungen-1914).

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