Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HISTORISCHER RÜCKBLICK AUF 1180 · FISCHNALER-CHRONIK

Grunderwerb zur Markterweiterung am Innufer

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. September 1896 · Seite 2 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #85 (Buchseite 17, 1180, Nachweis: 96 209; 23 105): „Graf Berthold III. erwirbt von Abt Heinrich und dem Konvent von Wilten einen großen Grundstreifen am rechten Innufer, um den am linken bereits bestehenden Markt J. auch dahin auszubreiten.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 17: „Graf Berthold III. erwirbt von Abt Heinrich und dem Konvent von Wilten einen großen Grundstreifen am rechten Innufer, um den am linken bereits bestehenden Markt J. auch dahin auszubreiten.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (12. September 1896, S. 2): Das Marktgetriebe am linken Jnnufer erheischte gebieterisch Ausbreitung. Bertold III. und sein Sohn Bertold IV. von Andechs traten in Verhandlung mit Abt Heinrich von Wilten und erwarben von ihm 1180 einen Streifen Landes rechts vom Flusse, um nun auch dahin ihren Markt auszudehnen. Die ganze breite Landzunge zwischen Inn und Sill, wie gesagt, Klostergut, wurde in ihrem östlichen Theile Saggen genannt. Dieses Saggenfeld war klösterliches Rodeland, wovon ein Theil als Ackerboden, ein Theil als Wiesen-und Wcide- grund diente. Beim Vertrage von 1180 war vereinbart worden, dass des Stiftes Ackerkrume stets mit Zaunwerk geschützt bleibe, wogegen die Weidetrift nur zur Sommerzeit ( Georgi bis Michaelis ) im Bann sein solle, um für die übrige Zeit des Jahres auch von den andechsischen Marktgenossen zu Wunn und Weid benützt zu werden. Da gab es sogleich einen scharfen Gegensatz der Interessen. Die Gräflichen wünschten womöglich noch Erweiterung der Weidenei, das Stift machte Wiesengrund zu Aeckern und versah, wie es der Vertrag erlaubte, das neugepflügte Land mit neuen Gehegen. Darob nun gewaltige Erbitterung der andechsischen Nachbarn.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. September 1896, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/10672-grunderwerb-zur-markterweiterung-am-innufer-1896).

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