Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HISTORISCHER RÜCKBLICK AUF Um 1138 · FISCHNALER-CHRONIK

Verleihung der Pfarre Wilten an Prämonstratenser

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 12. September 1896 · Seite 2 · #Fischnalerchronik
📜 Quelle & Konkordanz: Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik (Bd. I, 1929) Aus Fischnaler-Quellenindex erschlossen
Regest #81 (Buchseite 17, Um 1138, Nachweis: 96 209; 12 241; 23 39): „Bischof Reginbert von Brixen verleiht dem aus dem Stift Rot in Bayern stammenden, hier als Nachfolger von Benediktinern angesiedelten Mitgliedern des Prämonstratenser-Ordens die uralte Pfarre Wilten, zu der die Ortschaften Innsbruck, Hötting, Völs, Mutters und Natters gehörten, samt der ganzen Hofmarkung mit den Gründen am Saggen; daß 1141 auch die niedere Gerichtsgewalt in den Händen des Stiftes war, ist gesichert.“ · In der Fischnaler-Gesamtansicht öffnen →
[Regest bei Konrad Fischnaler, Innsbrucker Chronik I, S. 17: „Bischof Reginbert von Brixen verleiht dem aus dem Stift Rot in Bayern stammenden, hier als Nachfolger von Benediktinern angesiedelten Mitgliedern des Prämonstratenser-Ordens die uralte Pfarre Wilten, zu der die Ortschaften Innsbruck, Hötting, Völs, Mutters und Natters gehörten, samt der ganzen Hofmarkung mit den Gründen am Saggen; daß 1141 auch die niedere Gerichtsgewalt in den Händen des Stiftes war, ist gesichert.“] Originaltext der Innsbrucker Nachrichten (12. September 1896, S. 2): Am linken Jnnufer und auch am rechten ostwärts des Sillflusses, sowie am Mittelgebirge lag andechsischer Besitz von solcher Ausdehnung und Bedeutung, dass schon Otto II. von Andechs ( um 1078 ) sich Gras von Ambras nannte. 1140 übergab Bischof Reginbert von Brixen die bisherig; Laurentius- kirche mit zahlreichen Liegenschaften dem Prä- monstratenserorden. Dass diese Gegend der passende Wandererstrom nach Italien in stetiger Zunahme begriffen war, scheint auch das frühzeitige Vorkommen einer Jakobskapelle an der Stelle der Innsbrucker Pfarrkirche, anzudeuten: ein kleines Gotteshaus zu Ehren des Patrons der wandernden Leute. Hatte damit der gebietende Abt auf seinem Grund und Boden dem Reisevolke eine Stätte der Andacht errichtet, so standen gleich jenseits des Wassers unter andechsischem Schirm an den untersten Lehnen Häuser und Hütten, um jenem primitiven Verkehre zu genügen, der sich naturnothwendig an dieser immer mehr frequentierten Uebergangsstelle herausbildete. Nicht ohne ein gewisses Gefühl des Neides mochten die Andechser und ihre Unter- thanen von ihrem Ufer Hinüberblicken auf das weite Klosterfeld, das, im Vordergründe noch un- cultiviertes Auenland, hinter diesem schon reichen Wiesen-und Ackerboden barg.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 12. September 1896, S. 2, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/10014-verleihung-der-pfarre-wilten-an-praemonstratenser-1896).

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