Zeitgenössische Originalberichte aus Nord-, Ost-, Süd- und Welschtirol
Tiroler Zeitungschronik
HEILIGE RELIQUIE ALS BEUTE

Diebstahl einer Monstranz mit hl. Reliquie in St. Blasiuskirchlein bei Völs

Innsbrucker Nachrichten · Erscheinungsdatum: 11. Februar 1865 · Seite 3 · #Kirchendiebstähle
Plaseller. Die „ Tir. St. " berichten aus VölS ( bei Innsbruck), 8. Febr. Gestern früh wurde in dem nahen St. BlafiuSkirchlcin die Monstranz « mit echter Reliquie deS hl. Patrons gestohlen. Die kleine Monstranze ist bloß kupfern und vergoldet, also von keinem beträchtlichen Geldwerthe; drsto unliebsamer ist daS Abhandenkommen der hl. Reliquie, welche aus der uralten Abtei Montis St. Blasii hieher geschenkt worden ist und sich kaum mehr ersetzen läßt. Sollte der Dieb wagen, dieß geraubte Heiligthum irgendwo im Jnlande zum Verkaufe anzubi ' ten, so diene jur Lenntniß, daß die Monstranze etwa 15 Zoll hoch ist und um daS Kristallglas «ine versilberte Filigranarbeit hat, die mit mehreren böhmischen GlaSsteinen besetzt ist. Die Reliqmenkapsel bi det ein Herz von 3 Zoll Höhe und gleich - Breite, rückwärts mit einfacher Handhabe, und ist zu den beiden Seiten charnirrartig eingerichtet, um mittelst eines Stiftes an der Monstranze befestigt zu werden. Insbesondere trägt der Fuß der Monstranze inseitö die freilich nur schwach eingravirte Inschrift: „ Ad Eccl. s. BIasii in Völs. “ — Von fernerem Belange möchte sein: daß d rstlbe Dieb sich auch ein neueres Votivtäfelchen — den hl Erzengel Michael auf Papier in einfacher Goldrahme sammt GlaS annerirte.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 11. Februar 1865, S. 3, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1533-diebstahl-einer-monstranz-mit-hl-reliquie-in-st-blasiuskirchlein-1865).

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