1351 Landesschützen zogen sich dann nach Storo bis zur Brücke zurück, lösten sich in Schwärme auf, de. 1 linken Flügel an das Gebirge gelehnt, der rechte auf der Straße am linken Chiese - Ufer, und rückten vor. In Darzo vernahmen sie, daß 300 Feinde, meist reguläre Truppen ( Bersaglierit, und nur wenige Freischärler, letztere meistens Graubärtc und Knaben von 14 bis 15 Jahren, sich zurückgezogen haben, man sah noch ihre Vorposten. Man rückte bis Caffaro vor, wo um halb 1 Uhr Mittags das Gefecht eröffnet wurde, der rechte Flügel der Schützen begann das Feuer, die Piemontesen waren in Caffaro selbst und in einem Kastanienwalde am andern Ufer des Baches postirt. Trotzdem sie die ersten Häuser des Dorfes besetzt hatten, rückten die Schützen bis zur Brücke vor, welche die Gränze bildet und auf der Mitte ein Thor hat. Hauptmann Ruszizka stürmte die Brücke mit dem Bajonnette und fiel sofort. Die Landesschützen und Sachsen - Infanterie waren 160 Mann stark, die Piemontesen mindestens 600 Mann. Der Angriff war also ein höchst waghalsiger. Als erster von den Schützen starb den Heldentod Gustav Stapf - Ruedl von Innsbruck. Dreiviertel Stunden dauerte das Scharmützel. Die Piemontesen bekamen noch Verstärkung von Rocca d ' Anfo, von woher auch 3 bis 4 Kanonenschüsse ohne Wirkung fielen. Hierauf wurde den Schützen zum Rückzuge geblasen. Am Eingänge des Dorfes hielten sie noch 100 Piemontesen Stand, schossen ihnen 3 Offiziere nieder und zogen sich hierauf im Laufschritte zurück. Die Feinde folgten ihnen auf 200 Schritt Entfernung und gaben auch 2 Dechargcn ohne Erfolg. Der Verlust der Piemontesen kann " auf 30 bis 40 Mann geschätzt werden. Die Innsbrucker - Schützen vereinigten sich dann mit den anmarschirenden Wiltauer- Schützen und zogen sich auf die Hügel von Roncone zurück, wo stündlich ein Angriff erwartet wird. Von den Innsbruckern wird I Mann vermißt, 4 sind verwundet und davon 1 auf den Tod, gefallen sind nebst Stapf, Obcrjäger N av a und P r e y e r. Besonders ausgezeichnet haben sich Hauptmann Graf W i ck c n b u r g undOberjägcr Schiferer. Wir lagern gegenwärtig im Freien. Schlechtes Wetter. Auf den Bergen Schnee. — Einem andern Briefe aus Roncone entnehmen wir folgende Details über das Gefecht bei Caffaro: Auf der Brücke griff eine Abtheilung der Schützen im Vereine mit Sachsen - Infanterie den Feind mit dem Bajonncte an. Graf Wickenburg spaltete einem Feinde den Schädel, Hauptmann Ruscizka wurde von einem Offizier zusammengehaucn, — diesem wieder jagte Baron Graff eine Kugel durch den Leib. Stapf - Ruedl erhielt einen Schuß in den Unterleib, wüthend raffte er sich noch auf und stürmte mit dem Bajonnete vor, da wurde er zusammengestochen. Oberlieutenant Wocher schoß sicher treffend in die Feinde, Lieuteiiant Jäger fuhr eine Kugel an der Wange vorbei, eine zweite streifte ihm den Hut Einem Feldwebel von Sachsen, der schwer verwundet am Boden liegend um Pardon bat, stieß ein Freischärler das Bajonnet durch den Leib. ' Auf den, Rückzuge wurde noch einer unserer Schützen ( Krallingcr) durch eine feindliche Kugel, welche durch die Patrontasche hindurch ihn von rückwärts durchbohrte, niedergestreckt. Derselbe soll bereits seinen Wunden erlegen sein. Außerdem wurde der Schütze Mayr verwundet und der Schütze Grast vermißt.
Quellenangabe & Zitierlink:
Innsbrucker Nachrichten, 2. Juli 1866, S. 5, digital erschlossen in: Tiroler Zeitungschronik (https://chronik.fontes.at/tirol/artikel/1765-blutiges-gefecht-bei-caffaro-heldentod-des-innsbrucker-schuetzen-1866).
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